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Studium in Gefahr

Der Verlust ihres Nebenjobs bringt viele Studierende in Existenznot / Soforthilfe gefordert

  • Von Jonas Wagner
  • Lesedauer: 2 Min.

Zahlreiche Studierende haben im Zuge der Coronakrise ihre Nebenjobs verloren - und geraten dadurch in finanzielle Notlage. Das Studierendenwerk Berlin hat darauf reagiert und bereits in der vergangenen Woche 120 000 Euro aus einem Notfonds bereitgestellt. Studierende in akuter finanzieller Not können einmalig je 500 Euro beantragen - allerdings waren die Mittel bereits nach einem Tag aufgebraucht. Inzwischen lägen 1300 Anträge vor, teilte eine Sprecherin des Studierendenwerks »nd« auf Anfrage mit. Die Studierenden müssten ihren Bedarf »sehr umfassend und mit sehr vielen Belegen nachweisen«, etwa durch Kontoauszüge oder Kündigungsschreiben. »Wir schauen gerade, welche Mittel wir noch umwidmen können«, so die Sprecherin. In einer Mitteilung von Donnerstag war die Rede von etwa 450 000 Euro, deren Umwidmung allerdings der Verwaltungsrat noch zustimmen müsse.

»500 Euro pro Person sind natürlich ein Witz«, kritisierte Robert Jung von der Landesastenkonferenz (LAK) Berlin. Der Zusammenschluss der Berliner Studierendenschaften fordert eine Soforthilfe von je 3000 Euro für in Not geratene Student*innen - für viele sei das Sommersemester sonst schlicht nicht finanzierbar, hieß es in einer Mitteilung der LAK. Jung erklärte: »Uns ist erst einmal nicht so wichtig, wo das Geld herkommt.« Zwar richte sich die Forderung an den Berliner Senat, doch die LAK ist ebenfalls dem bundesweiten »Bündnis Soforthilfe für Studierende« beigetreten, das eine solche vom Bund fordert. Eine an das Bundesfinanzministerium und den Bundestag gerichtete Onlinepetition haben bereits über 50 200 Menschen unterschrieben.

Doch die Coronakrise beeinträchtigt nicht nur die finanzielle Situation vieler Studierender, sondern auch den Universitätsalltag. Studierendenvertreter*innen und Hochschulgruppen haben darauf am Montag einem umfangreichen Forderungskatalog für ein »Solidarsemester« reagiert. Sie sprechen sich unter anderem für Soforthilfen aus sowie dafür, Fristen auszusetzen und Studierende in die Gestaltung des kommenden Semesters miteinzubeziehen. »Damit wir uns in dieser außerordentlichen Situation den Problemen stellen können, kann das Semester nur durch solidarische Zusammenarbeit aller Statusgruppen gestaltet werden«, erklärte Leonie Ackermann, Vorstandsmitglied des »Freien Zusammenschluss von Student*innenschaften«.

Unterdessen hat die Senatskanzlei, die auch für Wissenschaft und Forschung zuständig ist, in Absprache mit der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP) entschieden, das Sommersemester 2020 am 20. April zu beginnen, wobei einige Hochschulen schon früher starten. Lehrveranstaltungen und Prüfungen sollen digital angeboten werden. Das Semester werde allerdings nicht auf Fach- und Regelstudienzeit angerechnet, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Im »Studentendorf Schlachtensee« in Berlin-Nikolassee gibt es in diesem Jahr indes mehr freien Wohnraum als üblich. Denn viele internationale Studierende hätten ihre Mietverträge storniert, teilten Betreiberfirma und Freie Universität Berlin am Montag mit.

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