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Unsinnige »Medizin« und überteuerte Angebote im Netz

Verbraucherzentrale warnt vor Corona-Abzocke

Die Corona-Pandemie verändert unser alltägliches Leben nachhaltig. Manche Produkte sind in den Ladenregalen rar, das Toilettenpapier ist zum unangefochtenen Schlagerprodukt geworden. Bundesregierung und Handel versichern, dass die Versorgungslage sicher ist.

Dennoch versuchen windige Geschäftemacher, die Sorgen der Verbraucher auszunutzen und bieten einige Produkte zu abenteuerlichen Preisen an. Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät: »Melden Sie diese Angebote beim Plattformbetreiber und lassen Sie die Finger davon. Entziehen Sie diesen unseriösen Geschäftemachern die Grundlage, indem wir alle diese überteuerten Waren nicht kaufen«, so die Juristin Stefanie Kahnert von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Internetportale sind nach eigenen Angaben bemüht, derartige Grundsatzverstöße so schnell wie möglich von der Plattform zu entfernen.

»Helfen Sie aktiv mit, indem Sie unseriöse Angebote dieser Geschäftemacher bei den Portalen melden. Denken Sie daran, dass die Produkte im Supermarkt um die Ecke zu angemessenen Preisen zu finden sind oder demnächst nachgeliefert werden«, so Kahnert.

Einen besonders dreisten Fall hat eine Verbraucherin in der Beschwerdebox der Verbraucherzentrale Brandenburg gemeldet: Über einen regionalen Brandenburger E-Mail-Verteiler wurde Werbung für homöopathische Globuli verbreitet, die angeblich vor einer Corona-Ansteckung schützen.

In dem Werbetext heißt es, durch die Globuli werde dem Organismus die Botschaft der Corona-Erkrankung in hoch-potenzierter Form zugeführt, so dass er Antikörper gegen die Erkrankung entwickele. Komme es zum realen Kontakt mit dem Corona-Virus, trage man bereits Antikörper in sich, womit sich das Risiko einer Erkrankung verringere. Das Mittel bestellen kann man direkt online bei einer Apotheke aus Niedersachsen.

Dazu sagt Annett Reinke von der Verbraucherzentrale Brandenburg: »Es gibt derzeit keine Arzneien, die eine Erkrankung mit dem neuartigen Corona-Virus verhindern können. Werbung, die so etwas suggeriert, führt in die Irre. Wir verurteilen Unternehmen, die die aktuelle Lage ausnutzen, um mit nicht belegbaren Aussagen oder Fake-News verunsicherten Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen.«

Auch Nahrungsergänzungsmittel können eine Erkrankung mit dem Virus nicht verhindern, wie Anbieter vor allem im Internet versprechen. Denn Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und nicht zur Prävention, Linderung oder Therapie von Erkrankungen gedacht. Es ist daher verboten, Vitaminkuren oder Pflanzenpräparaten Wirkungen oder Eigenschaften zuzuschreiben, die sie nicht besitzen.

»Wir raten Verbrauchern, sich nicht verunsichern zu lassen. Der beste Schutz für sich und seine Mitmenschen ist derzeit, möglichst physischen Abstand zueinander zu halten. Lesen Sie die aktuellen Informationen aus seriösen Quellen, zum Beispiel von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und vom Robert-Koch-Institut«, so Reinke.

Die Verbraucherzentrale geht den Beschwerden der Verbraucher nach. Wenn Sie fragwürdige Geschäfte beobachten, die die aktuelle Situation nutzen, um daraus Profit zu schlagen, melden Sie das über die Beschwerdebox. VZB/nd

Weitere Informationen zu irreführender Werbung und Gesundheitsversprechen im Rahmen der aktuellen Corona-Lage hat die Verbraucherzentrale hier zusammengestellt unter www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/node/45640. Eine Übersicht zu Verbraucherthemen rund um Corona finden Sie unter www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/ corona

Zudem hat die Verbraucherzentrale Brandenburg ihr telefonisches Angebot ausgeweitet. Beratungstermine können am landesweiten Servicetelefon unter (0331) 98 22 99 95 (montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr) oder online vereinbart werden.

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