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»Achter Mai – arbeitsfrei! Zeit für Antifaschismus!«

Holocaust-Überlebende Esther Bejarano fordert bundesweiten Feiertag

  • Von Birthe Berghöfer
  • Lesedauer: 2 Min.

Am 8. Mai jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom Nationalsozialismus. Anlässlich dieses Gedenktages startete Esther Bejarano, Überlebende der Vernichtungslager Auschwitz und Ravensbrück, auf der Plattform Change.org eine Petition. Sie fordert: »Der 8. Mai muss ein Feiertag werden!«

»Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten«, heißt es in der Petition. Auch sei es nicht hinnehmbar, dass 75 Jahre danach extreme Rechte in allen deutschen Parlamenten sitzen und in immer rascherer Folge Mord auf Mord folgt, so Bejarano.

Bereits im Januar appellierte sie in einem offenen Brief »an die Regierenden und alle Menschen, die aus der Geschichte lernen wollen.« »Es ist für uns Überlebende unerträglich, wenn heute wieder Naziparolen gebrüllt werden, wenn Menschen durch die Straßen gejagt und bedroht werden, wenn Todeslisten kursieren. Wir wollen uns nicht gewöhnen, an Meldungen über antisemitische, rassistische und menschenfeindliche Attacken in Berlin und anderswo, in Halle, wo nur stabile Türen die jüdische Gemeinde schützten, aber zwei Menschen ermordet wurden«, heißt es in dem Brief. Die Petition fordert deshalb: »Achter Mai – arbeitsfrei! Zeit für Antifaschismus!« Fast 46.000 Menschen haben bereits unterschrieben und das Ziel von 50.000 wäre damit bald erreicht.

ndPodcast zum 8. Mai - Von Tim Zülch

Neben der Forderung nach einem Feiertag geht es Bejarano auch darum, die Lehren des 8. Mai umzusetzen: AfD, NPD und ihre Verbündeten müssen aufgehalten werden. Gewalttaten von Neonazis müssen unterbunden, ihre Netzwerke, auch in Polizei und Bundeswehr, aufgedeckt und aufgelöst werden. Weiter fordert Bejarano, Geflüchtete in Deutschland aufzunehmen, Waffenexporte zu verhindern und die Diffamierung und Behinderung demokratischer und antifaschistischer Gruppen und Organisationen zu beenden. Betroffenheit allein reiche nicht aus, betont die heute 95-Jährige. »Es muss gestritten werden für eine andere, bessere Gesellschaft, ohne Diskriminierung, Verfolgung, Antisemitismus, Antiziganismus, ohne Ausländerhass!«

Esther Bejanaro ist 1924 in Saarlouis, im heutigen Saarland geboren. 1943 wurde sie zunächst nach Auschwitz deportiert, wo man sie im Mädchenorchester zum Akkordeon spielen verpflichtete. Im November 1943 verlegt man sie nach Ravensbrück, von wo aus sie 1945 an den Todesmärschen teilnimmt. Ihr musikalisches Talent rettete ihr das Leben. Heute engagiert sich Bejarano in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und ist Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der BRD e.V. Sie gilt als Galionsfigur der antifaschistischen Bewegung.

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