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7,4 Millionen Schutzmasken eingetroffen

Brandenburg und Berlin erhalten Großlieferungen mit Schutzmaterial und Desinfektionsmitteln - der Bedarf bleibt groß

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

Brandenburg kommt im Moment vergleichsweise gut und besser als befürchtet durch die Coronakrise. 837 Beatmungsplätze stehen in den Intensivstationen des Bundeslandes aktuell zur Verfügung, doch nur 23 Covid-19-Patienten mussten mit Stand vom Montag beatmet werden. Auch sind die Krankenhäuser, da man vorsorglich Betten für Corona-Patienten freigemacht hatte, teilweise nur zu 40 bis 50 Prozent ausgelastet. Bei den 2396 bestätigten Fällen von Covid-19 ist zu beachten, dass bereits 1280 Menschen als wieder genesen gelten und dass derzeit lediglich 191 Betroffene im Krankenhaus liegen.

Dies alles erlaubte es dem rot-schwarz-grünen Kabinett, einige Lockerungen zu beschließen, die am kommenden Mittwoch in Kraft treten. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit, Demonstrationen mit bis zu 20 Personen unter freiem Himmel mit dem Segen der Gesundheitsämter eventuell wieder zuzulassen.

Das heißt aber nicht, dass es keine Schwierigkeiten gibt. Da ist einmal die Lage in Potsdam. Während das Gesundheitsministerium landesweit 91 Todesfälle meldet, zählt die Stadtverwaltung inzwischen allein 60 in Potsdam gestorbene Menschen, darunter 35 Einwohner der Stadt. Für das kommunale Ernst-von-Bergmann-Klinikum war wegen gehäufter Infektionen ein Aufnahmestopp verhängt worden, dann hatte auch noch das katholische St.-Josefs-Krankenhaus mitgeteilt, wegen Personalmangels zumindest keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen zu können. Dabei entfallen 110 der 191 in Brandenburg stationär behandelten Covid-19-Patienten auf Potsdam. Hier scheint die Lage mit 298 Coronafällen je 100 000 Einwohnern außer Kontrolle zu geraten, während die Lage in Cottbus sehr ruhig ist mit lediglich 39 Fällen unter den knapp 100 000 Einwohnern dieser Stadt. Es sind dort auch noch keine Toten zu beklagen.

Brandenburg insgesamt ist nach Einschätzung von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) während der Coronakrise noch nicht im Entferntesten an die Kapazitätsgrenzen seines Gesundheitswesens gestoßen. Allerdings gab es schon vorher erhebliche Personalengpässe bei den Pflegeberufen, weiß Nonnemacher - und an dieser misslichen Gesamtsituation hat sich natürlich nichts geändert.

»Eine sehr gute Nachricht«, so nannte es Innenminister Michael Stübgen (CDU), gibt es derweil bezüglich der Schutzausrüstung: Zwei Millionen OP-Masken und 80 000 Liter Desinfektionsmittel sind demnach eingetroffen und werden seit Sonntagnachmittag durch den Zentraldienst der Polizei auf die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt. »Diese Einzellieferung von zwei Millionen OP-Masken umfasst mehr als alle Landesbeschaffungen bisher zusammengenommen«, freute sich Stübgen. »Und weitere wichtige Lieferungen werden in Kürze erwartet.«

Gelöst ist das Problem damit aber noch nicht. »Der Bedarf an Schutzausrüstung vor allem für den Einsatz in Krankenhäusern, Gesundheitsämtern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten ist weiter groß«, erklärte Gesundheitsministerin Nonnemacher. »Neben OP-Masken werden ganz akut Schutzkittel benötigt. Diese Pandemie ist noch lange nicht überstanden. Wir werden noch viele Monate mit dem Virus zu tun haben, sodass die Bedarfe an Masken, Kitteln und Handschuhen in absehbarer Zeit sicher nicht weniger werden.«

Auch Berlin meldete eine umfangreiche Lieferung. Dort sind innerhalb von fünf Tagen weitere 4,9 Millionen Schutzmasken via Paris und Frankfurt am Main aus China eingetroffen, die letzten davon in der Nacht zum Sonntag. »Es gelingt uns als Land Berlin mehr und mehr, auf dem internationalen Markt Schutzmaterial zu bekommen«, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) der Nachrichtenagentur dpa. Als am Dienstag vor einer Woche 2,6 Millionen Masken und 100 000 Schutzbrillen in Empfang genommen wurden, hatte Kalayci gesagt, dieses Material reiche für »das Nötigste«.

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