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Die Show muss weitergehen

Die Basketball-Bundesliga will die Saison zu Ende bringen. Den Spielern der beteiligten Klubs steht eine Zeit unter strenger Aufsicht bevor

  • Von Marion Bergermann
  • Lesedauer: 3 Min.

Zehn Mannschaften wollen die Saison der Basketball-Bundesliga (BBL) fortführen. Am Montagnachmittag einigten sich die Bundesligaklubs in einer Videokonferenz einstimmig darauf: Die Hauptrunde werde nicht zu Ende gespielt, es würden direkt die modifizierten Playoffs beginnen, teilte die BBL mit.

Die Teilnahme angekündigt haben die Teams aus München, Ludwigsburg, Crailsheim, Berlin, Oldenburg, Vechta, Bamberg, Göttingen, Ulm und Frankfurt am Main - nicht etwa die zehn Tabellenersten, sondern die Teams, die antreten wollen. Sieben Klubs hingegen entschieden sich gegen ein Mitwirken.

Die zehn verbliebenen Teams sollen in Turnierform gegeneinander antreten - über einen Zeitraum von etwa drei Wochen, teilte die BBL mit. Ob und wann die Gesundheitsbehörden das Vorhaben abnicken werden, bestimmt, wann die Saison fortgesetzt wird. Die Liga will die Saison «nach wie vor» bis zum 30. Juni abschließen. Daher sei es notwendig, dass «spätestens am 18. Mai 2020 die behördlichen Genehmigungen vorliegen. Am kommenden Montag will die BBL den Austragungsort vorstellen. Oldenburg will sich darauf bewerben, sagte Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller dem NDR. Auch München, Berlin, Köln und Frankfurt sind im Rennen.

Was auf die Profis der zehn Mannschaften zukommt hinsichtlich Abstandsregeln und Quarantäne vor und nach dem Spiel, ist noch unklar. Auf die Frage, wie die Spieler auf die Entscheidung reagierten, sagte Lukas Robert, Sprecher der MHP Riesen Ludwigsburg, dem »nd«: »Natürlich wird nach der Meinung der Trainer und Spieler gefragt, letztlich ist die Entscheidung aber durch die Klubvertreter bereits gefällt worden.« Er betonte, dass die Gesundheit aller Beteiligten im Vordergrund stehe: »Wenn ein Spieler sagt, ich traue mir das nicht zu, muss man sich dann damit aber selbstverständlich beschäftigen«, sagte Robert.

Nationalspieler Johannes Thiemann freute sich über die Idee der Fortsetzung: »Grundsätzlich eine gute Entscheidung, weil ich schon große Lust habe, weiterzuspielen«, sagte der Alba Berlin-Spieler der dpa.

Fest steht, dass die Ausrichtung der Playoffs mit einem erheblichen Aufwand verbunden sein wird. Viele ausländische Profis halten sich derzeit in ihren Heimatländern auf. Sie müssten sich, wie alle Rückkehrenden aus dem Ausland, in Deutschland erst einmal in 14-tägige Selbstquarantäne begeben.

Wie anstrengend eine Saisonfortsetzung für die Spieler werden könnte, klang bei Gunnar Wöbke, Geschäftsführer der Frankfurter Fraport Skyliners, in einem Podcast durch: Spieler, die aus dem Ausland zurückkehren, sollen 14 Tage in Einzelquarantäne, jeden Morgen medizinisch untersucht und zweimal die Woche auf das Coronavirus getestet werden. Das werde auch für die Physiotherapeuten gelten und jene, die sehr nah an der Mannschaft seien. »Die Spieler werden sich höchstwahrscheinlich in einem sicheren Hotel aufhalten«, sagte Wöbke, und merkte an: »Wir müssen uns auch um das Wohl unserer Spieler kümmern, die dann vier bis fünf Wochen von ihren Familien getrennt sein werden.«

Ob sich das alles finanziell lohnt, ist fraglich. »Wirtschaftlich ist das kompletter Unsinn«, sagte Marco Baldi, Manager von Alba Berlin, der dpa. »Das Sicherheits- und Gesundheitskonzept kostet natürlich Geld. Die Ausgaben laufen weiter, denen keinen zusätzlichen Einnahmen gegenüberstehen.« Der Aufwand könnte sich aber anderweitig auszahlen. Hierzulande eher Randsportart, bekäme Basketball unverhofft viel Aufmerksamkeit. ARD und ZDF hätten »großes Interesse« gezeigt, über Basketball zu berichten, so die BBL.

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