Nähe auf Distanz

Birthe Berghöfer über die Relevanz sozialer Kontakte

  • Von Birthe Berghöfer
  • Lesedauer: 1 Min.

»Social Distancing« ist immer noch das Gebot der Stunde. Dabei hätte es das nie sein sollen - jedenfalls nicht unter diesem Namen. Schließlich ist das entscheidende bei der Eindämmung des Coronavirus nicht die soziale, sondern die körperliche Distanz, also das »Physical Distancing«.

Die fälschliche Ausdrucksweise scheint fatal, ist jedoch nur konsequent. Immerhin hatte das Soziale noch nie einen besonders hohen Stellenwert: Während in der Politik Carearbeit vielfach als »private« Angelegenheit gilt, werden Pflege und Erziehung auf dem Erwerbsmarkt deutlich unter Wert bezahlt. Dabei kann man sich über eines sicher sein: Ohne das Soziale kann kein Menschen überleben. Ohne Familie, ohne Freunde, ohne freundliche Worte gehen wir alle ein, verblühen erst und vertrocknen dann.

Wie die Weltgesundheitsorganisation bereits im März betonte, können besonders Krisenzeiten und physische Isolation eine Belastung für die psychische Gesundheit sein. Es sei daher wichtig, dass Menschen sozial verbunden bleiben. Der Begriff »soziale Distanzierung« ist hier unangebracht.

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