Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Keine Panik vor der Klinik

Nur geringe Corona-Quote bei Ärzten und Pflegekräften / Krankenhauschef: »Charité ist ein sicherer Ort«

  • Von Georg Sturm
  • Lesedauer: 3 Min.

In einer großangelegten Querschnittsuntersuchung sind die allermeisten Corona-Tests bei Charité-Mitarbeitenden negativ ausgefallen. In einem Zeitraum von zwei Wochen wurden im April über 7500 der insgesamt 19 000 Beschäftigten auf das Coronavirus getestet. Bei weniger als 0,5 Prozent der Ärzte und Pflegekräfte war das Testergebnis positiv, wie Vertreter der Universitätsklinik bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Mittwoch im Roten Rathaus bekannt gaben.

»Wir konnten nur eine geringe Infektionsquote für Covid-19 bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erkennen«, so Charité-Vorstandsvorsitzender Heyo Kroemer. Dabei seien keine Häufungen von Infektionen in einzelnen Bereichen festgestellt worden. Der Fokus des Mitarbeiter-Screenings lag auf den Beschäftigten, die unmittelbaren Kontakt zu den Patienten haben. Bei einem freiwilligen Bluttest konnten bei weniger als zwei Prozent der Getesteten Antikörper auf das Virus nachgewiesen werden.

Ergänzend zum Screening der Mitarbeitenden werden seit Anfang Mai auch alle stationär aufgenommenen Patienten getestet. Jede Woche sollen zudem weitere Pool-Testungen an Corona-Stationen stattfinden. Da durch das Screening lediglich Infektionen zu einem bestimmten Zeitpunkt festgestellt werden, sind weitere Testläufe notwendig, um aussagekräftige Ergebnisse über einen längeren Zeitraum zu sammeln. Die nächste große Untersuchung soll voraussichtlich im Juni durchgeführt werden.

»Die Charité ist ein sicherer Ort, an dem bedarfsgerechte Versorgung stattfinden kann«, so Klinik-Chef Kroemer. Dies sei wichtig zu betonen, da die Charité seit Beginn der Pandemie eine rückläufige Anzahl von Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt verzeichne. Der Grund: Betroffene Personen seien verunsichert, ob sie in der aktuellen Situation ein Krankenhaus aufsuchen sollten.

Mit dem Anstieg der Corona-Fallzahlen im März war der Klinikbetrieb der Charité umstrukturiert worden, um auf einen Zuwachs an Covid-19-Patienten vorbereitet zu sein. So sieht es eine Verordnung des Senats vom 17. März vor, die die Berliner Krankenhäuser dazu verpflichtet, alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe auszusetzen, wenn dadurch Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Fällen frei werden.

Bisher seien 282 Corona-Patienten an der Charité behandelt worden, erklärte Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité. 34 Patienten davon seien verstorben, 164 inzwischen nach Hause entlassen und 16 in andere Krankenhäuser überwiesen worden. 73 der Erkrankten befänden sich im Moment auf Intensivstationen. Damit stehe ein Großteil der inzwischen 437 intensivmedizinischen Betten der Charité als Reserve zur Verfügung.

»Nun sind wir in einer Phase der Bekämpfung angelangt, in der wir wieder Teile der Kapazitäten für andere Patienten nutzen können«, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Patienten mit Tumorerkrankungen, Erkrankte mit physischen Schmerzen oder psychischen Problemen würden dabei besonders bevorzugt, erklärte Frei. Nachdem die Krankenhausauslastung zwischenzeitlich auf 50 Prozent gesenkt wurde, liege die Aktivität inzwischen wieder bei 65 bis 70 Prozent.

Dennoch sei die aktuelle Entwicklung kein Grund zur Entwarnung, betonte Charité-Chef Kroemer. Sollten die Fallzahlen im Zuge der Lockerung der Corona-Maßnahmen wieder schneller ansteigen, werde der Klinikbetrieb erneut angepasst.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln