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Auch Ultrarechte in Brasilien kommen nicht ohne kubanische Ärzte aus

Gesundheitsministerium: 150 Mediziner aus Kuba erhalten ihre Arbeitserlaubnis zurück / Bolsonaro hatte Programm beendet

  • Lesedauer: 2 Min.

Brasilia. Angesichts der Corona-Pandemie setzt Brasilien wieder auf die Hilfe kubanischer Ärzte. 150 Mediziner aus Kuba erhalten ihre Arbeitserlaubnis zurück, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Die Ärzte waren in Brasilien geblieben, nachdem die Regierung in Havanna vor anderthalb Jahren das Programm »Mehr Ärzte« zur Unterstützung unterversorgter Regionen in Brasilien im Streit mit dem heutigen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro beendet hatte.

Der ultrarechte Politiker hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2018 von »Sklaverei« gesprochen und gesagt, er wolle nicht die »kubanische Diktatur« finanzieren. Hunderte kubanische Ärzte entschieden sich dafür, in Brasilien zu bleiben, einige von ihnen hatten dort Familien gegründet. Sie durften ihren Beruf aber nicht mehr ausüben und mussten sich mit anderen Jobs über Wasser halten.

Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in Brasilien sollen die kubanischen Ärzte nun zur Verstärkung in überlasteten Krankenhäusern eingesetzt werden. Ärzte aus Kuba genießen einen guten Ruf, weshalb die Regierung des kommunistischen Landes sie seit Jahrzehnten in zahlreiche unterversorgte Länder entsendet. Für den Inselstaat sind die im Ausland arbeitenden Ärzte eine wichtige Einnahmequelle - sie bringen mehr Geld ein als der Tourismus.

Brasilien ist das Land mit der weltweit dritthöchsten Zahl von bestätigten Coronavirus-Infektionen. In dem südamerikanischen Land wurden nach offiziellen Angaben inzwischen 254.220 Ansteckungsfälle gezählt. Rund 16.800 Infizierte starben.

Bolsonaro hatte die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 in der Vergangenheit als »kleine Grippe« bezeichnet. Die von den Bundesstaaten verhängten Corona-Restriktionen kritisiert der Präsident immer wieder massiv wegen ihrer negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft. AFP/nd

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