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Mehr als nur Drohgebärden

An der syrisch-irakischen Grenze wie auch im Persischen Golf halten die Spannungen zwischen den USA und ihren Gegnern an

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: 3 Min.

Nach der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani Anfang Januar 2020 in Bagdad stand die Region unmittelbar vor einem direkten Krieg zwischen den USA und dem Iran. Der Iran reagierte mit schweren Angriffen auf US-Militärbasen im Irak und forderte die USA und deren Verbündete zum Abzug aus der Region auf. Russland und China setzten zum Jahreswechsel ein deutliches Signal und stärkten dem Iran den Rücken. Gemeinsam führten die drei Staaten ein Seemanöver im Golf von Oman und im Indischen Ozean durch. Die Rüstungsgeschäfte zwischen Iran, Russland und China werden ausgebaut; das von den USA gegen den Iran verhängte Ölembargo wird ignoriert.

Im Persischen Golf kommen sich die Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden und US-Kriegsschiffe fast täglich gefährlich nahe. Trump hat die US-Marine ermächtigt, iranische Schiffe zu zerstören, sollten die eigenen Schiffe in Gefahr sein. Eine von den USA im Sommer 2019 angekündigte alliierte Seestreitmacht zum Schutz von Öltankern im Persischen Golf kam nicht zustande.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani erklärte Ende April, die »Amerikaner sollten wissen, dass der Name dieser Wasserstraße Persischer Golf ist, nicht Golf von New York oder Washington«. Seit Jahrtausenden nutze und schütze seine Nation diese Wasserstraße, die »mit internationalen Gewässern verbunden« und »von besonderer Bedeutung« sei. Die zweite umkämpfte Frontlinie ist die Grenze zwischen Syrien und dem Irak. Hier führt Israel als »Hammer der USA« einen Schattenkrieg gegen den Iran. Es verübt Anschläge und Luftangriffe mit Drohnen und Kampfjets und wird dabei von US-Spezialkräften am Boden und von der Luftwaffe der US-geführten »Anti-IS-Allianz« geschützt.

Syrien und der Irak sollen daran gehindert werden, die Grenze zu kontrollieren, damit der Iran keinen Zugang zum Mittelmeer erhält. Nur einer der drei großen Grenzübergänge, Al-Bukamal, wird heute von Syrien und vom Irak kontrolliert. Die Verbindungsstraße ist durch den Krieg in schlechtem Zustand. Häufige israelische Luftangriffe sowie sporadische Überfälle und Angriffe von versprengten IS-Kämpfern machen den Weg zu unsicher, um regelmäßigen Personen- oder Warenverkehr zuzulassen.

Der Grenzübergang Al Yarubia, der im Norden Syriens Aleppo mit Mosul verbindet, wird von den US-Amerikanern, syrischen und nordirakischen Kurden kontrolliert. Regelmäßig passieren US-Militärkonvois aus dem Nordirak diese Grenze und bringen Waffen, Munition, gepanzerte Fahrzeuge, Baumaterial und mehr in das Land. Der Grenzübergang Al Tanf, über den die internationale Transitroute zwischen Damaskus und Bagdad verläuft, wird von den US-Truppen kontrolliert. 2016 wurde in dem Dreiländereck zwischen dem Irak, Jordanien und Syrien völkerrechtswidrig eine Militärbasis errichtet, auf der seitdem Regierungsgegner militärisch ausgebildet werden.

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