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Druck bei der Corona-App

Politiker kritisieren lange Entwicklungszeit

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 3 Min.
Alles zur Corona-App im ndPodcast zum Nachhören

Die Verzögerungen bei der Einführung der Corona-Warn-App stoßen zunehmend auf Kritik. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte in der »Welt am Sonntag« angesichts der Verspätung : »Gucken Sie sich das Elend um die Entwicklung einer Corona-App an. Ich bin kein Experte, aber es dauert mir ein bisschen lange.« Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) äußerte grundsätzliche Zweifel an den bisherigen Plänen.

Mit der Corona-Warn-App sollen Kontakte nachverfolgbar werden. Wenn sich zwei Smartphone-Nutzer*innen für eine längere Zeit in einem infektionsrelevanten Abstand begegnet sind, erfassen die Apps auf den Geräten diesen Kontakt. Wird bei einer dieser Personen eine Corona-Infektion festgestellt, so erhalten alle Smartphones eine Mitteilung, die durch die Corona-App erfasst wurden.

Die Anforderungen für die App sind hoch. Technisch sind die Voraussetzungen für den Dauerbetrieb der App erst seit Freitag gegeben. Maßgeblich war dafür die Freigabe der Bluetoothschnittstelle für das neue Nutzungsszenario durch Apple und Google. Ihre Betriebssysteme dominieren den Markt und gelten als wesentlich für den Erfolg der App, die hohe Nutzungszahlen erreichen muss, um eine Wirkung bei der Bekämpfung der Pandemie erreichen zu können. Die App wird derzeit von den Unternehmen SAP und Telekom entwickelt und soll Mitte Juni bereit stehen.

Organisatorisch müssen Kapazitäten, unter anderem bei den Gesundheitsämtern, bereitstehen, sodass Nutzer*innen der App schnellstmöglich auf eine Infektion getestet und Infektionsketten unterbrochen werden können. Tabea Rößner, Sprecherin der Grünen-Fraktion für Netzpolitik, sagte zum Prozess der App-Entwicklung: »Ich warne davor zu sagen, das ist das Allheilmittel. Die App ist wichtig, aber wir bekämpfen nicht mit ihr allein die Pandemie.« Auch Ministerpräsident Kretschmer mahnte, die Einhaltung der Abstandsregeln und das Tragen eines Mundschutzes seien weiterhin unerlässlich.

Das Infektionsrisiko dürfte angesichts der Lockerungen weiter steigen. Am Pfingstwochenende rechnen die Bahn und Busreiseunternehmen mit mehr Betrieb auf ihren Fernreisestrecken. Während die Bahn unter anderem mit der Anzeige der Zugbelegung in ihrer DB-Navigator-App versucht, die Zahl der Reisenden zu lenken, setzt das Unternehmen Flixbus ausschließlich auf Hygienemaßnahmen an den Haltestellen. »Gegenwärtig wurde die Anzahl von buchbaren Sitzplätzen in den Bussen nicht reduziert, da diese Maßnahme die finanzielle Situation unserer Buspartner in diesen Zeiten stark beeinträchtigen würde« teilte das Unternehmen dem »neuen deutschland« mit. Fahrgäste seien in den Bussen aber zum dauerhaften Tragen einer Maske verpflichtet. Mit Agenturen / Kommentar Seite 8

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