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Plakate reichen nicht aus

MEINE SICHT: Claudia Krieg über die neue Gewaltwelle in Familien

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 2 Min.

Vielen ist es wichtig, dass die Corona-Lockerungen schnell gehen und weiter. Nicht alle denken dabei ans Tanzen im Club oder daran, endlich wieder im Restaurant essen gehen zu können. Viele vermissen einfach die soziale Nähe zu anderen Menschen. Für wieder andere aber ist die Situation des Zuhausebleibenmüssens so bedrohlich, dass sie dringend auf die Möglichkeit von mehr Kontakt angewiesen sind. Dazu gehören unter anderem von Gewalt betroffene Frauen und Kinder. Ihre Situation ist besonders, auch wenn viele Menschen die letzten Wochen unter großem Druck verbracht haben.

Wer Ängste und Befürchtungen hat und sich damit allein oder rat- und hilflos erlebt, wird traurig oder auch aggressiv. Die empfundene Belastung schlägt dann in Gewalt um, oft gegen die Nächsten und Schwächeren. Viele Männer erklären - nicht nur in Krisensituationen - Frauen und Kinder zum Ziel ihrer Machtdemonstration. Die Coronazeit und die erzwungene häusliche Nähe machen es ihren Opfern noch schwerer, ihnen auszuweichen. Frauenhilfsorganisationen warnten frühzeitig vor den Folgen: Nicht nur, dass Beratungsstellen schließen - wer sein Zuhause mit dem Menschen teilen muss, der einem eventuell Gewalt antut, kann auch nicht mal schnell telefonieren und sich auf diesem Weg Hilfe holen.

Wenn der Senat Plakatkampagnen mit Telefonnummern des Hilfesystems startet, ist das gut, aber bei Weitem nicht ausreichend. Viele Opfer schaffen es eben nicht einmal, diesen Schritt zu gehen, um sich Hilfe zu holen, geschweige denn, dass dies Kinder selbstständig machen könnten. Es braucht mehr vorbeugende Maßnahmen, auch für potenzielle Täter*innen. Gerade Kinder sollten wir stärker in den Blick behalten, um die Gewalt zu erkennen, die ihnen widerfährt. Besonders wenn man es politisch zulässt, dass ihnen der Schutz der Betreuungseinrichtung länger verweigert wird, als ein Möbelhaus oder ein Baumarkt geschlossen bleiben.

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