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Pionierinnen in Europa

Die Bundesliga-Fußballerinnen sind die ersten Profi-Kickerinnen, die ihre Saison fortsetzen. In Jena aber ist nicht mal Mannschaftstraining erlaubt

  • Von Jirka Grahl
  • Lesedauer: 3 Min.

Beim DFB ist man stolz: Nachdem die Deutsche Fußball Liga die erste Top-Männerliga ist, die nach der Corona-Unterbrechung wieder Punktspiele austrägt, setzen an diesem Wochenende auch die deutschen Spitzenfußballerinnen ihren Spielbetrieb fort. Der noch ungeschlagene Titelverteidiger und Tabellenführer VfL Wolfsburg empfängt um 14 Uhr die Tabellenvorletzten vom 1. FC Köln, am Abend trifft der 1. FFC Frankfurt auf den SC Sand.

Weil Live-Fußball so eine rare und damit kostbare Ware geworden ist, überträgt Eurosport die Abendpartie aus Frankfurt, alle fünf Partien des Wochenendes werden live im Fernsehen übertragen oder aber zumindest im Internet gestreamt. Natürlich sind es auch hier Geisterspiele ohne Zuschauer. Die strengen Hygieneauflagen folgen dem Konzept der Männer-Bundesliga. Vor dem Ligaauftakt hatten sich alle Spielerinnen in eine siebentägige Quarantäne zu begeben.

Mit gemischten Gefühlen sieht man den Liga-Start allerdings beim FF USV Jena entgegen. Der Tabellenletzte aus Thüringen hat an diesem Wochenende noch spielfrei. Der USV kann aufgrund der Sonderverfügung in Thüringen, die Profisport bis 5. Juni verbietet, erst am 7. Juni wieder ins Geschehen eingreifen.

Während die Konkurrentinnen schon seit Tagen wieder als Mannschaft trainieren, haben sich die Jenaerinnen bisher nur in Kleingruppen in Form bringen können. Ab Samstag weicht das Team deswegen nach Hessen aus: In der Sportschule Grünberg wird das Quarantänetrainingslager abgehalten. Im benachbarten Bundesland ist Mannschaftstraining schon wieder gestattet. Nach einer Woche Praxis mit echtem Körperkontakt wollen die Jenaerinnen dann am 7. Juni beim SC Freiburg antreten. Wegen der unklaren rechtlichen Situation in Thüringen hatten sie dabei zuvor auf ihr Heimrecht verzichtet.

»Zehn Wochen Pause und eine Woche Vorbereitung, das ist natürlich alle andere als ideal für unser Bestreben, in der Bundesliga zu bleiben«, sagt Christoph Schliewe, Geschäftsführer der stark abstiegsbedrohten Jenaerinnen, gegenüber »nd«. Als Ausbildungsverein sei dem USV die Gesundheit der Spielerinnen aber noch viel wichtiger als der Klassenverbleib: »Alles andere findet sich.«

Ein echtes Problem stellt die geforderte Quarantänewoche dar: Die wenigsten Spielerinnen sind Vollprofis, manche sind in Ausbildung oder studieren, andere stehen vor dem Abitur, einige arbeiten neben dem Fußball: »Nun einfach mal eine Woche frei zu bekommen für die Quarantäne, ist schwierig. Gerade für die berufstätigen Spielerinnen ist es schon ein Problem, wenn sie für den Fußball auch noch etwas von ihrem Urlaub abzweigen müssen.«

Jena geht ab dem Sommer neue Wege: Jüngst gab der Verein bekannt, dass vom 1. Juli an alle Mannschaften des USV in den FC Carl Zeiss Jena übergehen werden. Den blauweißen Trikots wird künftig noch ein gelber Streifen hinzugefügt. Ob die Carl-Zeiss-Frauen dann ab Sommer in der ersten oder zweiten Bundesliga antreten, sei am Ende zweitrangig, sagt Schliewer: »Wir sind dem Konzept nach für die Entwicklung junger Spitzenspielerinnen zuständig.«

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