Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Der »feine Unterschied« macht es

Fußball hier wie da, aber eben doch nicht so ganz richtig

Von ⋌Mike Mlynar

Tagtäglich begegnen uns im Leben Unterschiede. Bemerken wir sie, regen sie zum Vergleichen und Schlussfolgern an. Eine besondere Rolle spielt da der sprichwörtlich »feine Unterschied«. Gemeint ist damit oft ein tatsächlich kleiner, wobei ein »nur« mitschwingt. Noch öfter allerdings, dann mit bitterem bis zynischem Unterton, ist es ein in Wirklichkeit großer, der da den »feinen Unterschied« macht.

Ein solcher begegnet uns (neben vielen wirklich unterschiedslos positiven Beispielen!) gerade in Seuchenzeiten. Während alle sonstigen sportlichen Leibesübungen noch coronabedingt flachlagen, durften die darbenden und jammernden Kicker-Gladiatoren-Unternehmen schon wieder groß aufspielen. Und zwar, mit staatlichem Segen, für einen privaten TV-Anbieter, der mit am Profitrad des Milliarden-Euro-Profisportkarussells dreht. Abermillionen von Kindern bis Senioren blieben hingegen weiterhin von ihren Bolz- und Trainingsplätzen ausgesperrt. Fußball hier und da, aber eben mit »feinem Unterschied«, der genau besehen ein amoralischer wie asozialer ist.

In der Mathematik spielen Unterschiede und Unterscheidungen auch eine wichtige Rolle. Angefangen von plus und minus über größer und kleiner als, letztlich bis hin zur modernen Mengenlehre. Allerdings sind die Unterschiede hier qualitativ stringent unterschiedslos. Im bodenständigen Nichtprofi-Fußballalltag sind sie das zuallermeist auch noch:

Zeugwart Benni sortiert seine Bälle. »Hätte ich dreimal so viele, wären es über 31«, sagt er zu Jani, die in Kürze wieder die E-Jugend trainieren darf. »Hätte ich jedoch nur das Doppelte«, sinniert Benni, »so wären es weniger als 31.« Dann schnappt sich Benni auch noch den einen Ball, den Jani gerade mit in den Raum gebracht hat, und sagt: »Wenn ich jetzt das Doppelte hätte, wären es immer noch weniger als 31.« Da schiebt Jani mit dem Fuß vier von all den Bällen zu sich heran und sagt: »Wenn du ohne die das Dreifache hättest, wären es immer noch mehr als 31!« Wie viele Bälle hatte Benni am Anfang des kleinen Spaßdisputs? Mike Mlynar

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung