Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Tschüss, Rassist!

Ganz cool lässt Fußball-Bundesligist Mainz 05 rassistische Vereinsmitglieder ziehen. Gut so, findet Jirka Grahl

  • Von Jirka Grahl
  • Lesedauer: 2 Min.

Genug ist genug, haben sie sich beim FSV Mainz 05 gedacht, als diese Kündigung eintraf - das Schreiben eines Mitglieds, das geradeheraus mitteilte, ihm würden zu viele Schwarze in der Mannschaft spielen: »Ich kann mich mit diesem Verein (Profifußball) schon seit Monaten nicht mehr identifizieren! Mittlerweile bekomme ich den Eindruck vermittelt, dass ich beim Africa-Cup bin, anstatt in der deutschen Bundesliga.« Das Mitglied betonte, es sei »auf keinen Fall« rassistisch veranlagt. »Aber wenn seit Wochen in der Startformation neun (!!!) dunkelhäutige Spieler auflaufen und deutschen Talenten kaum noch eine Chance gegeben wird, dann ist das nicht mehr mein über die Jahre liebgewonnener Verein. (…) Ein Noveski, Bungert, Rose, Babatz, Weiland, Bell usw. standen für Werte und Mentalität. Das waren Kerle, die mit Herzblut dabei waren (…)«

Übel. Und wie so oft betont der Rassist erst, keiner zu sein, um dann frei heraus andere Menschen zu diskriminieren. Die Mainzer veröffentlichten im Internet unter der Überschrift »Nicht alle Kündigungen bekümmern uns, manchmal sind wir sogar erleichtert!« eine lehrbuchreife Antwort, die wir hier gerne ausführlich dokumentieren:

»Rassismus beginnt bei uns da, wo rassistische Gedanken geäußert werden, nicht nur, wenn sich jemand selbst als Rassist bezeichnet - was in den seltensten Fällen vorkommt. Und ja, Sie haben recht: mit unserem Verein können sie sich nicht identifizieren. Denn für uns spielen Hautfarben oder andere gruppenbezogene Merkmale von Menschen schlicht keine Rolle. Für uns zählt nur, dass jemand Mensch ist und unsere Werte teilt. Solche Menschen heißen wir in unserer Gemeinschaft gerne willkommen. Aus diesem Grunde freuen wir uns vielmehr über Ihre Kündigung, da Ihre Begründung offenbart, dass Sie nicht die Wertebasis besitzen, die unseren Verein auszeichnet.«

Dem starken Statement der Mainzer ist kaum etwas hinzuzufügen, außer vielleicht: Jawoll!

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln