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Schlank mit Kaffeesatz und kalter Dusche

Australische Forscher zeigen ein besonderes Interesse an preiswerten Methoden zum Abnehmen und lieben den Selbstversuch

  • Von Barbara Barkhausen, Sydney
  • Lesedauer: 3 Min.

Kaffeesatz ist zu schade zum Wegwerfen - das wissen sicher viele. Durch nützliche Inhaltsstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor macht sich das Überbleibsel nach dem morgendlichen Kaffeegenuss gut als Dünger im Garten. Geeignet ist er am besten für Pflanzen, die sauren, humosen Boden lieben, darunter Hortensien, Rhododendren und Heidelbeeren.

Doch es gibt noch weitaus mehr Anwendungsgebiete: Aus Kaffeesatz lassen sich Peelings, Cremes, Seifen und Haarspülungen herstellen. Mit den Körnchen lässt sich gut putzen, und sogar lästige Tiere wie Schnecken, Ameisen und Wespen hält das Abfallprodukt in Schach.

Australische Biomediziner haben nun einen weiteren Vorteil von Kaffeesatz entdeckt: Er macht sich gut als fettbekämpfendes Lebensmittel. Dies fanden die Forscher der Universität of Southern Queensland bei einer Studie mit männlichen Ratten heraus. Die Nager erhielten über einen Zeitraum von vier Monaten eine kohlenhydrat- und fettreiche Diät, die in den letzten acht Wochen der Studie mit fünf Prozent Kaffeesatz ergänzt wurde.

»Die Tiere bekamen viel Fruktose, viel Kondensmilch und viel gesättigtes Fett«, sagte der Biomediziner Lindsay Brown, der die Studie leitete. Das Ergebnis sei gewesen, dass sie fettleibig wurden, ihre Glukosetoleranz beeinträchtigt war und Herz, Kreislauf und Leber Schaden erlitten. »All diese Dinge passieren auch beim Menschen«, sagte der Forscher. Doch sobald der Kaffeesatz mit in die Ernährung aufgenommen worden sei, hätten sich Blutdruck und Blutzucker normalisiert. Auch die Fettleber habe sich erholt.

Laut Brown könne das Essen von Kaffeesatz helfen, das Gewicht und das Risiko von Diabetes, Schlaganfall und Herzerkrankungen zu kontrollieren. Zwar fehlten bisher klinische Studien am Menschen, doch Brown meinte, er habe an sich selbst experimentiert. »Wenn Sie jeden Morgen Ihren eigenen Kaffee kochen, sammeln Sie den Kaffeesatz, trocknen Sie ihn ein oder zwei Stunden lang bei 60 Grad im Ofen und geben Sie einfach einen Löffel in Ihre Muffin- oder Brotmischung«, sagte er. Es gebe natürlich keine Veränderung über Nacht, aber im Laufe der Zeit sollten sich die Fettleibigkeit verringern und der Blutdruck verbessern.

Ernährungsberater raten jedoch zur Vorsicht, da die Studie bisher nur an Ratten erfolgte und deswegen nicht erforscht ist, welche Dosierung beim Menschen die richtige ist. So sagte Clare Collins, eine Professorin für Ernährung und Diätetik an der Universität von Newcastle, dem australischen Sender ABC: »Bevor Sie anfangen, Ihren Kaffeesatz aufzubewahren, und ihn in ihr Müsli streuen, würde ich auf Versuche mit Menschen warten.«

Kaffeesatz ist nicht die erste kostengünstige Idee zum Abnehmen. 2014 fanden australische Wissenschaftler heraus, dass 10 bis 15 Minuten Zittern und Frieren am Tag die Pfunde genauso schmelzen lassen wie eine Stunde Sport. Zu diesen Erkenntnissen kam der australische Mediziner Paul Lee vom Garvan Institute in Sydney zusammen mit Forschern des National Institute of Health in Washington. Seine Idee testete Paul Lee genauso wie Lindsay Brown an sich selbst.

Doch ähnlich wie man nicht plötzlich Kaffeesatz in rauen Mengen essen sollte, gilt auch beim Thema Kälte: Nicht gleich übertreiben und sich zum Beispiel eine Blasenentzündung zuziehen. »Es funktioniert wie mit Sport«, sagte Paul Lee damals, »ein Untrainierter soll ja auch nicht gleich einen Marathon laufen.«

Mal etwas kühler duschen, im Herbst mit einem leichteren Pullover spazieren gehen und im Winter die Heizung runterschalten - das reicht laut Lee schon, um den Prozess anzustoßen und Energie zu verbrennen. »Es besteht aber auch kein Zweifel, dass Sport und eine gesunde Ernährung nach wie vor die wichtigsten Faktoren für einen gesunden Metabolismus sind«, sagte der australische Forscher. Im Falle der gesunden Ernährung gehören übrigens Äpfel, Birnen, Bananen, Zitrusfrüchte, Papaya und Fisch zu den großen Fettverbrennern.

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