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Die Welt fliegt wieder auf Berlin

Flughafengesellschaft vermeldet zum Ferienbeginn sprunghaften Anstieg des Luftverkehrs

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 4 Min.

An den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel kommt der Reiseflugverkehr wieder in Schwung. Ab Juli wächst das Angebot attraktiver Urlaubsziele sprunghaft, auch die Region ist wieder besser erreichbar.

Von Tomas Morgenstern

Ab Juli entwickelt sich Berlin-Brandenburg wieder zu einem wirklichen Luftverkehrsstandort. Nachdem die Passagierzahlen drei Monate coronabedingt im Keller waren, haben die Hauptstadt-Airports in Schönefeld und Tegel die Talsohle verlassen. »Der Flugverkehr wächst, und ab 1. Juli wächst er sprunghaft«, erklärte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Mittwoch vor der Presse.

Musste man sich an den beiden Flughäfen noch im Juni mit 8000 bis 9000 Reisenden pro Tag bescheiden, so vermeldete Lütke Daldrup einen aktuellen Anstieg auf 20 000. Täglich etwa 30 000 Abreisende und Ankommende erwarte er zum Monatsende, Tendenz steigend.

»Es wird wieder voller an den Flughäfen Schönefeld und Tegel. Ab Juli fliegen 36 Airlines zu über 100 Zielen in 40 Ländern«, teilte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) mit. Zahlreiche Airlines nähmen ihren Flugbetrieb aus der Hauptstadtregion wieder auf oder erweiterten schrittweise ihr Angebot. So seien ab sofort wieder zahlreiche zusätzliche europäische Urlaubsdestinationen im Programm.

Zugleich hätten auch wieder viele Menschen aus dem Ausland die Möglichkeit genutzt, in der Hauptstadtregion Urlaub zu machen, wie der Flughafenchef hervorhob. »Der normale Austausch ist in Europa fast überall wieder möglich«, sagte er. Und auch der interkontinentale Verkehr gewinne wieder an Bedeutung. »Wir haben seit heute auch 15 außereuropäische Länder, die wieder von der europäischen Gemeinschaft aus zugänglich gemacht worden sind.«

Eine besonders wichtige Nachricht sei, dass auch die Langstrecke wieder in Gang komme. »Wir fliegen ab 1. Juli wieder drei Mal in der Woche mit Qatar Airways nach Doha«, so der Flughafenchef. Damit sei der asiatische Raum zumindest mit einer Verbindung ab Berlin wieder angebunden. Ab Doha, der Hauptstadt von Katar am Persischen Golf, sind viele weitere Ziele in Asien zu erreichen. Generell rechnet Lütke Daldrup damit, dass der Flugverkehr in Berlin erst in drei bis vier Jahren wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen werde.

»Natürlich werden zunächst touristisch stark nachgefragte Ziele im Mittelmeerraum angeboten«, sagte Lütke Daldrup. Zudem würden auch zunehmend Städteverbindungen in ganz Europa aufgenommen.

Dass wieder viele Menschen die Chance erhielten, nach Berlin zu fliegen, ist nicht nur aus Sicht des Flughafenchefs ein wichtiges Signal vor allem für den Tourismus in der Hauptstadtregion. »Wir verbinden uns wieder mit der Welt«, erklärte auch Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin. »Das Hochfahren des Flugverkehrs ist ein wichtiger Impuls für den Berlin-Tourismus, der jetzt weiter an Schwung gewinnt.« Dass Berlin als großer Tourismushotspot wieder mit den europäischen Metropolen und Tourismuszielen verbunden sei, dürfe den Hoteliers beispielsweise einen Moment der Hoffnung geben.

Von einem positiven Zeichen und einem »wichtigen Schritt auf dem Weg zurück zur Normalität« sprach Mathias Knospe von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH. Noch gebe es coronabedingte Einschränkungen gerade im Kulturbereich.

In Berlin nimmt der Billigflieger Easyjet den Flugverkehr von beiden Flughäfen wieder auf, fliegt zunächst 39 Verbindungen ab Berlin an und will das Angebot im Sommer ausbauen. Ryanair, die den Flugbetrieb schon seit dem 21. Juni wieder hochfahre, fliege ab Juli 50 Verbindungen von und nach Schönefeld und Tegel an. Airlines wie Condor, Sunexpress und Wizz Air starteten mit zahlreichen Zielen in die Sommersaison. Zudem würden mehr Strecken im Linienverkehr angeboten oder Frequenzen aufgestockt.

Ungeachtet der Wiederbelebung des Flugverkehrs will der Konzern Easyjet seine Präsenz in Berlin reduzieren. Das Unternehmen habe Gespräche mit der zuständigen Personalvertretung »zur Verringerung der Zahl der in Berlin stationierten Flugzeuge und Mitarbeiter« aufgenommen, teilte ein Sprecher mit. Die britische Airline, größter Kunde der Berliner Flughäfen, fliege 2020/2021 mit nur 55 Prozent ihrer Kapazität, sagte Lütke Daldrup. Ende nächsten Jahres wolle sie entscheiden, wie es weiter geht. »Easyjet hat sehr klar erklärt: Berlin ist und bleibt die größte Basis außerhalb Großbritanniens.«

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