Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Fleischindustrie

»Atmen war schon immer ein Problem«

DR. SCHMIDT ERKLÄRT DIE WELT: Lockdown für Fleischesser

Von Christof Meueler

In den Schlachthöfen grassiert das Coronavirus. Ein Leser fragt, ob sich die Menschen dort nicht auch bei den Schweinen angesteckt haben könnten?

Ganz ausschließen kann man das natürlich nie, weil rein theoretisch auch ein Schwein diese Krankheit haben könnte. Nur wurde so was bei Schweinen bislang nicht beobachtet. Wahrscheinlicher ist gegenseitiges Anhusten, Anniesen, Anatmen als Übertragungsweg.

Wegen der Raumverhältnisse.

Die arbeiten nah beieinander und wohnen außerdem sehr beengt.

Und es ist kühl im Schlachthof.

Was fast alle Viren lieben.

Aber der Konsument fürchtet nur, dass er selbst Schaden nimmt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt, das ist sehr unwahrscheinlich - wenn man die üblichen Zubereitungsregeln einhält und bei mindestens 70 Grad gart. Es gibt aber Fleisch, das krank macht: Da ist die bösartige Variante eines Darmbakteriums, das mit inneren Blutungen verbundene Infektionen hervorrufen kann, mit dem schönen Kürzel Ehec. Das kam in den USA über das Fleisch und war lebensgefährlich.

Die Gefahr des Massenfleisches.

Wenn man versucht, Fleisch gewissermaßen industriell herzustellen, hat man zu Beginn immer lebende Tiere. Die nehmen das übel, wenn sie einfach als Fressmaschine gehandhabt werden. Das geht auf die Qualität des Fleisches und vor allen Dingen natürlich auch auf die Umwelt. Die meisten Leute interessiert die Sache aber nur, wenn irgendwas drin ist im Fleisch. Ich kann mich noch erinnern, als Dioxin in Hühnchen nachgewiesen wurde, da gab es dann einen fürchterlichen Aufriss. Selbst von Leuten, die als starke Raucher wahrscheinlich in der Woche mehr Dioxin aufnehmen über ihre Zigaretten als im ganzen Jahr über Hühnchen. Die ganze elende Produktionskette interessiert aber die meisten Leute höchstens dann, wenn sie merken, dass das Fleisch wässrig ist und sie beim Braten dann die Hälfte an Masse verlieren.

Das ist Betrug am Kunden. Wie der Schinken, der blitzgeräuchert wird.

Und blitzgesalzen.

Liegt im Vegetarismus Zukunft und Schutz?

Der Vegetarismus hätte sicherlich Vorteile, für die Umwelt sowieso. Aber soll man einen Lockdown für Fleischesser einführen? Offenkundig sind Flächen - und totes Fleisch ist ja auch eine Oberfläche - nicht so infektiös, auch wenn das Virus darauf lange nachweisbar ist.

Also wenn die Fläche nicht so gefährlich ist, dann stört eigentlich nur der Mensch, oder?

Ja, der Punkt ist: Wir atmen. Das war schon immer ein Problem. Schon alleine das CO2, das wir ausatmen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift