Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Silber für den Finanzminister

Kurt Stenger über die Ankündigung von Aufsichtsreformen durch Olaf Scholz

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.
Finanzaufsicht: Silber für den Finanzminister

Im Kabinett Merkel IV war jahrelang Jens Spahn unangefochtener »Ankündigungsminister«. Doch in der Coronakrise brachte er dann doch das eine oder andere auf den Weg, und nun macht ihm auch noch der Finanzminister seinen Rang streitig: Während SPD-Mann Olaf Scholz nach Bekanntwerden des Wirecard-Bilanzskandals zunächst abwinkte, betätigt er sich seit einigen Wochen mit Ankündigungen, die Aufgaben der Finanzaufsicht überprüfen zu wollen. Aber das Versagen und die Gründe dafür sind längst bekannt - was fehlt, ist eine konkrete Reformvorlage.

Richtig übel wird die Sache, wenn man überlegt, dass den politisch Verantwortlichen offenbar erst jetzt auffällt, dass es bei Onlinedienstleistungen eine riesige Lücke in der Finanzaufsicht gibt. Dabei ist seit vielen Jahren bekannt, dass Banken immer mehr margenschwache Geschäfte aufgeben und dass dies sogenannte Fintech-Firmen in eine wichtige Position bringt, was eine windige Truppe wie Wirecard sogar kurzzeitig an die Spitze der hiesigen Finanzwelt katapultierte. Und dass es bei Wirtschaftsprüfern einen riesigen Interessenskonflikt gibt, ist sogar ein noch älterer Hut.

Das Verhalten des Finanzministers bestätigt die Befürchtung, dass eine äußerst dürftige Reform kommen wird oder es bei bloßen Ankündigungen bleibt. Dabei weiß auch der Volksmund, dass es für Reden bestenfalls Silber gibt.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln