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»Höcke und Kalbitz sind hier nicht willkommen!«

Oberbürgermeister André Neumann (CDU) zeigt klare Kante gegen den Auftritt von AfD-Politikern in seiner Stadt

  • Von Mascha Malburg
  • Lesedauer: 2 Min.

Wenn an diesem Donnerstag AfD-Politiker des (formell) aufgelösten rechten Flügels im thüringischen Altenburg auftreten, wird Oberbürgermeister André Neumann bei den Gegendemonstranten stehen. »Herr Höcke, Herr Kalbitz, Sie sind in Altenburg nicht willkommen!«, hatte der CDU-Politiker vergangene Woche verbreitet – und erhielt sogleich Post von Höckes Anwalt. Neumann ist das egal: Seit er im Juli 2018 zum Oberbürgermeister von Altenburg gewählt wurde, hat der 46-Jährige sich immer wieder öffentlich gegen Rechts positioniert – und auch gegen den AfD-Kuschelkurs seiner eigenen Partei.

Als nach der Landtagswahl in Thüringen Neumanns CDU-Kollegen offen abwägten, ob man nicht doch mit der AfD koalieren könne, um die Linke nicht zu stützen, platzte der Altenburger vor Wut: »So ein Mist!«, schrieb er auf Twitter, »Die meisten Linken in meinem Umfeld haben nichts mit der DDR und der SED zu tun. Ich soll sie trotzdem so behandeln, als wenn sie keinen Rechtsstaat wollen und an Mauern Leute erschießen würden. Und die, die das tatsächlich wollen, mit denen soll ich reden. Verrückt!«

Neumann setzte sich anschließend dafür ein, dass seine Partei bei der Ministerpräsidentenwahl den linken Bodo Ramelow unterstützt. Aber in der CDU interessierte sich kaum einer für die Meinung des Mannes aus der östlichen Provinz, der »gerne mit jedem seiner Bürger spricht«, nur eben nicht mit den rechtsradikalen Politikern, die von jenen so häufig gewählt werden. Hätte man in der CDU auf Neumann gehört, wäre es wohl nie zum politischen Dammbruch - zur fatalen Wahl Kemmerichs mit AfD-Stimmen - gekommen.

Aber auch Neumann macht Fehler: Kurz nach dem Mord an George Floyd faselte er auf Twitter von »rassistischem Verhalten gegen Weiße«. Für die Aussage nominierte er sich später selbst für den »dämlichsten und unpassendsten Tweet des Jahres 2020«. Seine aktuelle Courage gegen die wahren Rassisten zeigt: Er hat daraus gelernt.

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