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Pflaster ohne Wundheilung

Lisa Ecke über die Debatte um höhere Fleischpreise

  • Von Lisa Ecke
  • Lesedauer: 1 Min.
Protest des «Wir haben es satt!»-Bündnisses in Berlin
Protest des «Wir haben es satt!»-Bündnisses in Berlin

Die Stimmen nach einer Fleischabgabe werden lauter – plötzlich reden alle von Tierwohl. Die ursprünglich grüne Forderung wird inzwischen auch von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, von Jochen Borchert (beide CDU), der eine Expertenkommission zum Thema leitet, und von Horst Seehofer (CSU) vertreten. Die Verantwortung für die politische Misere wird auf die Verbraucher abgewälzt. Der Ruf nach höheren Preisen impliziert, sie seien geizig und würden immer billigere Preise verlangen. Dabei wird übersehen, dass nicht die Nachfrage, sondern fehlgeleitete Agrarsubventionen und Effizienzsteigerungen zum Fleischpreis geführt haben.

Es wird ignoriert, dass viele Menschen sich schlicht keine teureren Produkte leisten können. Jedem dritten Hartz-IV-Beziehenden fehlt etwa laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes Geld für vollwertiges Essen. Gemüse ist oft teuerer als Fleisch, wenn auch dies ein Produkt für Wohlhabende wird, hilft das nicht weiter. Die aktuelle Diskussion spielt soziale Fragen gegen ökologische aus. Das Herumdoktern in einem kranken System ist nicht mehr als ein fehlgeleiteter Versuch für eine gerechtere und nachhaltigere Produktion. Höhere Preise beheben weder die Ursache der Ausbeutung, noch führen sie zu ihrer Überwindung.

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