Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

McCarthy auf Brasilianisch

Peter Steiniger zur Verfolgung demokratisch Gesinnter in Brasilien

  • Von Peter Steiniger
  • Lesedauer: 1 Min.
Jair Bolsonaro
Jair Bolsonaro

Zur Demokratie hat Brasiliens Präsident so wenig ein zwiespältiges Verhältnis wie zur Gewalt. Als er noch als Hinterbänkler im Kongress faulenzte, schmückten das Büro von Jair Bolsonaro die Verbrechervisagen der Staatschefs während der Militärdiktatur, deren Folterer er anbetet. Im Wahlkampf drohte der Kandidat der äußersten Rechten seinen politischen Gegnern mit Vernichtung und Vertreibung. Säuberungen zur völligen Ausschaltung der Linken sind auch heute das Ziel seiner fanatischen Bewegung und ihrer Helfer in den Apparaten des Staates.

Die Existenz schwarzer Listen hatte vor Wochen ein Bolsonaro-Gefolgsmann ausgeplaudert. Hundert Jahre sollen diese Akten gesperrt bleiben, doch schon jetzt ist klar, dass Justizminister Mendonça an Recht und Gesetze vorbei nach Andersdenkenden fahnden ließ, im Fokus eine Minderheit bei der kasernierten Polícia Militar, die sich dem brutalen Korpsgeist widersetzt. Doch auch Politikwissenschaftler und Brasiliens früherer Amnesty-Chef wurden als Feinde markiert. Bolsonaros US-Vorbildern folgend, ist Antifaschismus ihr Verbrechen. Als Anlage hefteten die Schlapphüte ein aus dem Netz gefischtes Terrorismus-Handbuch an ihr Dossier. Die Gefahr fürs Abendland ist imaginiert, die für die Demokratie sehr real.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln