Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Russland droht der Rauswurf

Leichtathletik-Weltverband stellt Ultimatum für Zahlung der Millionenstrafe.

Von Andreas Schirmer, Monte Carlo

Der Leichtathletik-Weltverband hat Russland ein letztes Ultimatum gestellt, um einen Ausschluss zu verhindern. Wenn der russische Verband RusAF bis zum 15. August die verhängte Geldstrafe von 6,31 Millionen Dollar nicht zahlt, ist der Rauswurf unvermeidlich. Wie World Athletics am Donnerstag nach einer Videokonferenz des Councils mitteilte, sei kurz vor der Sitzung ein Brief des russischen Sportministers Oleg Matytsin eingetroffen, in dem er die Zahlung der überfälligen Beträge bis Mitte August versprochen habe.

Russland hatte eine Frist zur Zahlung dieses ersten Teils der Geldbuße bis zum 1. Juli verstreichen lassen. Insgesamt muss Russland zehn Millionen Dollar bezahlen. Ein Ausschluss von RusAF müsste von einem einzuberufenden außerordentlichen Kongress des Weltverbandes beschlossen werden.

»Es ist eine lange Reise und wir haben einen langen Weg hinter uns«, sagte World-Athletics-Präsident Sebastian Coe. »Und es ist eine traurige Geschichte.« Die Sanktionen gegen Russland im März - die hohe Geldstrafe und die auch weiterhin wirksame Aussetzung der Prüfung von russischen Athleten für ein individuelles Startrecht - hätten nun Wirkung gezeigt. »Das kann ein kleiner Durchbruch gewesen sein«, sagte der Brite mit Bezug auf den Brief des Sportministers. »Sie haben nun den Ernst der Situation erkannt.«

Rune Andersen, Leiter der unabhängigen Russland-Taskforce, äußerte sich dennoch enttäuscht, dass man in den vergangenen fünf Jahren »sehr wenig in Bezug auf die Veränderung der Kultur der russischen Leichtathletik« gesehen habe. Die Taskforce habe »enorm viel Zeit und Mühe aufgewendet, um die Reform der RusAF selbst und der russischen Leichtathletik zum Nutzen aller sauberen russischen Athleten zu unterstützen«. Aber die Reaktion der RusAF sei unzureichend gewesen.

Im November 2015 war RusAF wegen flächendeckenden Dopings in der Leichtathletik Russlands erstmals suspendiert worden. Seitdem ist die Sperre mehr als ein Dutzend Mal verlängert worden.

Nachdem Russland die erste Rate der Zehn-Millionen-Strafe nicht fristgerecht bezahlt hatte, war über den sofortigen Ausschluss spekuliert worden. Die hohe Buße war im Zuge der Affäre um den Hochsprung-Hallen-Weltmeister Danil Lyssenko verhängt worden. Funktionäre von RusAF hatten Dokumente gefälscht, um verpasste Dopingtests von Lyssenko zu vertuschen.

Wenn Russland aus dem Weltverband ausgeschlossen werden sollte, wäre ein Start von Topleichtathleten wie Hochsprung-Weltmeisterin Marija Lassizkene, Hürdensprinter Sergej Schubenkow und Stabhochsprung-Weltmeisterin Anschelika Sidorowa bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio nicht denkbar. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte Russland wegen Manipulation von Dopingdaten für vier Jahre für Sommer- und Winterspiele gesperrt. Zugleich hatte sie die Tür zur Teilnahme für mutmaßlich unbelastete Sportler des Landes unter neutraler Fahne offen gelassen. dpa

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung