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Einer von Dreien muss gehen

MAN Energy Solution streicht 151 Arbeitsplätze - IG Metall begrüßt dennoch Erhalt des Standorts

  • Von Jordi Ziour
  • Lesedauer: 3 Min.

Nach Verhandlungen zwischen MAN Energy Solution und der IG Metall sowie den Betriebsräten steht fest: Nicht alle 429 Arbeitnehmer*innen der alten Borsig-Werke werden bleiben können. »Für uns als IG Metall ist Arbeitsplatzabbau immer eine bittere Kröte«, kommentiert das Birgit Dietze, Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Berlin. Sie wertet den Erhalt des Berliner Werks dennoch als Teilerfolg, denn »die Schließung ist vom Tisch, 278 Arbeitsplätze bleiben erhalten und MAN ES hat damit in Berlin eine Zukunft«. Sie erklärt weiter: »Wenn schon Arbeitsplätze abgebaut werden, dann nicht Hals über Kopf, sondern sozialverträglich und ohne ›Know-How-Abfluss‹ in den Kernprozessen.« Der Abbau von Arbeitsplätzen wäre für den Berliner Standort eine »herbe Nuss«, denn kleine Produktionsstätten wie Berlin können auf wirtschaftliche Herausforderungen nicht so flexibel reagieren wie große, so Dietze.

Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Uwe Lauber, hält dagegen: »Wir schaffen Spielräume, um externe Effekte künftig wirkungsvoller abfedern zu können«, wie es in der Pressemitteilung des Unternehmens heißt. Der Vorstand begründet die Umstrukturierung mit der Coronakrise. Noch im Juli kündigte der MAN ES-Vorstand an, 3950 Stellen weltweit abzubauen, 3000 in Deutschland und 950 im Ausland. Aktuell sollen es nun 2600 und davon 1650 in Deutschland sein. Auch ganze Werke hätten geschlossen werden können: Berlin und Hamburg standen auf der Abschussliste. Doch dazu kam es nicht. Auch weil Gewerkschaft und Betriebsrat der Senkung von Personalkosten im Umfang von 40 Millionen Euro jährlich zustimmten, die in den Jahren 2021 bis 2023 eingespart werden sollen. Insgesamt will das Unternehmen 450 Millionen Euro einsparen. Wie genau das geschehen soll, ist unklar. Das fechten die Parteien in den nächsten Wochen aus - einen Anfang sollte ein »Eckpunkte-Papier« bilden.

Der Vorstandsvorsitzende erklärte in der Mitteilung, die Umsetzung der im Eckpunkt-Papier durchgeführten Maßnahmen hätten einen geringeren Abbau zur Folge. Der Betriebsratsvorsitzende bei MAN ES Berlin, René Marx, findet: »Für uns als Betriebsrat ist jetzt wichtig, dass der Standort trotz der starken Einschnitte so gestaltet wird, dass Berlin zukunfts- und handlungsfähig bleibt.«

Der Konzern mit Sitz in Augsburg hat einen Jahresumsatz von 3,4 Milliarden Euro, produziert an 120 Standorten weltweit mit mehr als 14 000 Mitarbeiter*innen, über 7000 davon in Deutschland. Volkswagen plant schon seit Längerem, die Tochtergesellschaft abzustoßen. Mit dem Eckpunkt-Papier für das Unternehmen MAN ES wurde eine Verlängerung der Partnerschaft um vier Jahre erzielt. Der Plan: Arbeitsplatzabbau und Personalkosteneinsparungen. Ein möglicher Grund: Seit Januer 2019 ist die MAN-Aktie um mehr als 40 Prozent gefallen - während der Coronakrise stieg sie dann aber wieder leicht an.

Auch Gewerkschafterin Birgit Dietze glaubt, dass die Umstrukturierung des Unternehmens »einer schwierigen Marktsituation« geschuldet ist. Die IG Metall setzte sich deswegen für eine Verbesserung der Kostenstruktur des Unternehmens sowie der Prozessabläufe ein. Laut Medienberichten gab es bereits vor zwei Jahren Umsatzprobleme am Standort Berlin. Schon damals wurde demnach die Belegschaft verkleinert. Zudem sah die Konzernspitze das Unternehmen gut aufgestellt.

Die IG Metall ist der Meinung, dass MAN ES ein Kosten-, aber kein Zukunftsproblem hat. Birgit Dietze erklärt dazu: »Das besondere an MAN ES ist es, dass grüne Technologien zur Verfügung stehen, zum Beispiel dezentrale Ladeinfrastrukturen für Autos aus Windenergie oder alternative grüne Kraftstoffe. Es geht hier um Zukunftslösungen für die herstellende Industrie und die Zukunft der Mobilität.« Ob die Rettung von Arbeitsplätzen damit in den nächsten Jahren gesichert ist, wird sich erst zeigen müssen.

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