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Leichtathletik

Die Sieger hängen sich ihre Medaillen selbst um

Die Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten 2020 sind anders.

Von Kristof Stühm, Braunschweig

Klar, Fans dürfen wegen der Coronakrise nicht ins Stadion und einige Stars haben abgesagt. Aber auch so sind die Macher stolz, dass sie mit einem umfassenden Hygienekonzept die Deutschen Meisterschaften 2020 gerettet haben. »Die ganze Leichtathletikwelt wird am Wochenende nach Braunschweig schauen«, sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing vor den Titelkämpfen.

Endlich wieder laufen, springen und werfen - die olympische Kernsportart meldet sich nach zähen Pandemiemonaten jetzt auch auf der großen Bühne zurück: ARD (Samstag, 17.10 bis 19.55 Uhr) und ZDF (Sonntag, 17.10 bis 18.55 Uhr) berichten knapp fünf Stunden live aus Braunschweig. »Wir nehmen eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Leichtathletik wahr, weil es in vielen anderen Sportarten noch nicht gelungen ist, hochwertige Wettkämpfe zu organisieren«, sagte die neue Chefbundestrainerin Annett Stein.

Das größte Highlight wird vermutlich der Auftritt von Weltmeisterin Malaika Mihambo, die erstmals in diesem Sommer im Weitsprung antritt (Sonntag, 17.15 Uhr). Es sei »wirklich schön« und »ein Hoffnungsschimmer«, dass das Leichtathletikjahr mit den deutschen Meisterschaften an Fahrt aufnimmt, sagte die 26-Jährige. In Zeiten von Corona hätten die Titelkämpfe in Braunschweig auch ohne Fans im Stadion »für uns alle einen besonderen Stellenwert«.

Auch der Speerwurf der Männer (Sonntag, 17.30 Uhr) ist mit Ex-Weltmeister Johannes Vetter und Titelverteidiger Andreas Hofmann gut besetzt. Zudem wird der Auftritt von Sprintaufsteiger Deniz Almas über 100 m (Samstag, 19.50 Uhr) mit Spannung erwartet. Doch zahlreiche prominente Athleten haben nach der Verschiebung der Olympischen Spiele ins nächste Jahr für das »Mini-Tokio« jetzt in Braunschweig auch abgesagt: So sind etwa Mittelstreckenass Konstanze Klosterhalfen, Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler oder Sprinterin Gina Lückenkemper aus unterschiedlichen Gründen ebenso nicht dabei wie Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul oder Christoph Harting, Diskus-Olympiasieger von Rio.

Dabei grenzt es an ein kleines Wunder, dass die Meisterschaften der Leichtathleten trotz Corona überhaupt stattfinden können. Denn im Gegensatz zu den Fußball- oder Basketballprofis kann man Leichtathleten, die meist noch einem richtigen Beruf nachgehen oder studieren, nicht einfach in Quarantäne stecken. Und so musste ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet werden, um die Auflagen der Behörden zu erfüllen. Natürlich gilt: Abstand halten und Maskenpflicht.

Außerdem wird das Stadion in vier Zonen aufgeteilt, in denen man sich nur im Einbahnstraßen-System bewegen darf, nur 999 Personen dürfen sich gleichzeitig im Stadion aufhalten. Die Wettkämpfe werden in vier Sessions durchgeführt. Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen, die Werfer müssen ihre eigenen Arbeitsgeräte mitbringen. Die Sieger müssen sich ihre Medaillen selbst umhängen. Corona-Schnelltests sind wegen einer neuen Verordnung aber nicht mehr nötig.

Insgesamt betreibt der DLV einen riesigen Aufwand. Natürlich auch, um die finanziellen Einbußen durch Corona so gering wie möglich zu halten. »Der Verlust wäre im hohen sechsstelligen Bereich gewesen«, sagte Kessing, wären die Meisterschaften ausgefallen. Doch sie finden statt. Und die Leichtathletikwelt schaut am Wochenende nach Braunschweig. SID

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