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München macht sich auf zum Triple

Champions League: FC Bayern im Finalturnier gleich gefordert

  • Von Thomas Niklaus, München
  • Lesedauer: 4 Min.

Robert Lewandowski genoss am Sonntag noch ein paar gemütliche Stunden mit Ehefrau Anna und den Töchtern Klara und Laura - dann brach der Torjäger voller Selbstvertrauen zu weiteren Großtaten nach Portugal auf. Auf dem seit Monaten überragenden Polen ruhen beim FC Bayern München auf dem Weg zum begehrten Triple viele Hoffnungen: Der 31-jährige Stürmer soll auf seiner beeindruckenden Rekordjagd im mit Spannung erwarteten Gigantenduell gegen den FC Barcelona nun selbst Superstar Lionel Messi in den Schatten stellen. Jetzt sei »Lewy gefordert, dass er das zeigt«, antwortete Thomas Müller auf die Frage, ob Messi oder Lewandowski derzeit der beste Offensivspieler der Welt sei. »Wir hätten nichts dagegen, wenn er so weitermacht. Er hat wieder einmal unterstrichen, wie wichtig er für uns ist. Wir sind froh, dass er bei uns spielt«, schwärmte Münchens Trainer Hansi Flick nach Lewandowskis erneuter Gala beim 4:1 (2:1) im Achtelfinalrückspiel der Champions League am Sonnabend gegen den FC Chelsea und vor dem Viertelfinalshowdown am kommenden Freitag in Lissabon gegen Messi.

Polnisches Phänomen

Beim Duell gegen die Blues war Lewandowski, den Leon Goretzka als »Phänomen« herausstellte, im Hin- und Rückspiel an allen insgesamt sieben Treffern beteiligt: Dreimal traf er selbst, viermal legte er vor. Mit seinem Doppelpack am Sonnabend, den Treffern Nummer 12 und 13 in dieser Champions-League-Saison, ist inzwischen sogar der Rekord von Cristiano Ronaldo aus der Spielzeit 2013/2014 greifbar, als der Portugiese Real Madrid mit 17 Toren fast im Alleingang zum Titel geschossen hatte. Doch das interessierte Lewandowski, der in dieser Saison wettbewerbsübergreifend 53 (!) Treffer in 44 Spielen erzielt hat und bereits bester Torschütze in Liga und Pokal ist, allenfalls am Rande. Auch auf einen Vergleich mit dem zwei Jahre älteren Messi wollte er sich nicht einlassen. Die Mannschaft müsse »zeigen, dass sie besser ist«. Das zweite Triple nach 2013 sei »das große Ziel«, nicht sein persönlicher Erfolg, betonte Lewandowski, »aber Barcelona ist gefährlich, wir müssen ab der ersten Minute aufpassen«.

Dennoch: Die Münchner flogen am Sonntagnachmittag laut Müller mit »extrem viel Selbstvertrauen« und »total heiß«, wie Goretzka beschied, an die Algarve, wo sie sich bis Donnerstag in Lagos in einem noblen Resort intensiv auf das Finalturnier in Lissabon vorbereiten. »Respekt ist da, aber wir wissen um unsere Stärken«, sagte Flick mit Blick auf das neuen, ungewohnten Modus mit dem Endspiel am 23. August. »Die Mannschaft ist in Topform, wir wollen die Erfolgsgeschichte weiterschreiben«, ergänzte Präsident Herbert Hainer.

Rekordjäger

Für Chelseas Teammanager Frank Lampard sind die Münchner, auf die in einem möglichen Halbfinale Manchester City oder Olympique Lyon wartet, gar »Topfavorit«. »Sie haben sehr gute Einzelspieler und einen fantastischen Trainer. Einige Spieler wissen, wie man Titel gewinnt«, sagte Lampard nach einer erneuten Lektion für sein junges Team beeindruckt.

Bayern habe klar machen wollen, »dass mit uns zu rechnen ist. Das ist uns ganz gut gelungen«, betonte Müller, der mit seinem 112. Einsatz in der Champions League den Münchner Vereinsrekord von Philipp Lahm eingestellt hat. Dennoch warnte der Rio-Weltmeister: Der FC Bayern stürme zwar seit Monaten von »Rekord zu Rekord. Aber in einem K.o.-Spiel auf diesem Niveau kann alles passieren. Da kannst du die ganzen Rekorde ganz schnell in die Tonne kloppen.« Das habe »ein bisschen einen Charakter einer EM oder WM«, fügte Goretzka an.

Doch bevor am Sonntag das Abenteuer Algarve los ging, hatte Trainer Flick kurzerhand das eigentlich noch geplante Training in München abgesagt, »damit die Spieler noch einmal bei ihren Familien sein können«. Ab Montag sei dann, meinte Müller, »eine gute Mischung wichtig. Das ist keine Urlaubsreise ans Meer, aber ein Schuss Lockerheit darf nicht fehlen. Wir werden jetzt natürlich nicht sechs Tage die Beine hochlegen, wir müssen clever trainieren.«

Am Donnerstag fliegen die Münchner dann weiter nach Lissabon, um dann in der Nähe von Estoril ihr Lager aufzuschlagen. Von dort soll dann endgültig der erfolgreiche Angriff aufs ersehnte Ziel gestartet werden - mit Robert Lewandowski als großem Hoffnungsträger und Heilsbringer. SID/nd

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