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Zweiter Versuch

Karl-Theodor zu Guttenberg hat erneut eine Doktorarbeit vorgelegt

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 2 Min.

Karl-Theodor zu Guttenberg ist wieder aufgetaucht. Der Adelsangehörige hat nach eigenen Angaben erneut einen Doktortitel erworben. Das hatte er jüngst gegenüber verschiedenen Medien erklärt. Nachdem die Universität Bayreuth Guttenberg aufgrund umfangreicher Plagiate bei seiner ersten Promotion den Doktorgrad im Februar 2011 aberkannt hatte, musste der Politiker sämtliche Ämter niederlegen. Der CSU-Jungstar, 2009 Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, danach der Verteidigung, wollte nicht mit Absicht gehandelt haben, beteuerte er. Die Universität warf im in einer Stellungnahme dagegen Vorsatz vor. Der öffentliche Druck gegen die Weiterführung seines Mandats war letztlich zu groß geworden - der konservative Hoffnungsträger ging in die USA und wurde dort Berater und Lobbyist.

Auch hierbei stieß er offenbar auf ethische Fragestellungen. Kürzlich wurde etwa bekannt, dass der CSUler neben dem CDU-Nachwuchspolitiker Philipp Amthor zur Führung des dubiosen KI-Unternehmens Augustus Intelligence zählte. Nach einem Korruptionsskandal trat Amthor von seiner dortigen Beschäftigung zurück. Sieben Wochen später zog der 48-jährige Guttenberg nach. An Einsatz hatte es dem Verwaltungsratsmitglied offenbar nicht gemangelt. Der Politiker schickte eine E-Mail an das Büro von Kanzlerin Angela Merkel, in der er Augustus Intelligence erwähnte - »offenbar mit dem Ziel eines Gespräches«, wie es in der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion heißt. Das Unternehmen hatte wie Guttenbergs Beratungs- und Investmentfirma seinen Sitz in New York.

Ob der CSU-Politiker bei seiner zweiten Doktorarbeit ebenfalls abgeschrieben hat, werden nun sicher viele Internetnutzer nachprüfen. Wie Guttenberg neben seinen Geschäftstätigkeiten eine 488 Seiten lange Publikation veröffentlichen konnte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Laut Danksagung konnte er sich auf Freunde »auf beiden Seiten des Atlantiks« verlassen.

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