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Sieben Tage, sieben Nächte

Was tun, wenn der Bär kommt?

Coronakrise, Lockdown und Rückgang des Tourismus bringen es mit sich, dass Grizzlys nicht nur vermehrt in oder nahe den Städten gesichtet werden

Von Stephan Kaufmann

Während der Corona-Pandemie haben verschiedene Länder verschiedene Strategien verfolgt, um einerseits die Ausbreitung des Virus zu bremsen und andererseits die Unternehmen vor den Folgen des Lockdowns zu bewahren. In einigen Staaten ging der Schutz gerade der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen vor, dort wurde das öffentliche Leben stark eingeschränkt. Andernorts wollte man der Wirtschaft nicht so große Verdienstausfälle zumuten. Zum Beispiel in Großbritannien. Statt die Menschen zu isolieren, sagte Premier Boris Johnson im März, müsse das Land möglichst rasch eine Herdenimmunität entwickeln. Wobei Johnson zugab, dadurch würden noch viele Familien »nahe Verwandte vor der Zeit verlieren«.

Opfert man einige, um sich selbst zu schützen? Diese Frage kann sich im Leben öfter stellen. Etwa in dem unwahrscheinlichen, aber durchaus denkbaren Fall, dass man in einem US-Nationalpark auf einen Grizzlybären trifft.

Coronakrise, Lockdown und Rückgang des Tourismus bringen es mit sich, dass Tiere nicht nur vermehrt in oder nahe den Städten gesichtet werden - so wurden jüngst wieder Delfine in der Bucht von Neapel beobachtet. Sie werden auch in ihren Reservaten wieder mutiger. Im US-Nationalpark Yellowstone hat die Zahl der Angriffe von Bären auf Menschen einen Rekordwert erreicht.

Der National Park Service der Vereinigten Staaten hat daher über das soziale Netzwerk Facebook nun einige Empfehlungen ausgegeben, wie man sich im Angesicht eines Grizzlybären verhalten soll, berichtet der britische »Guardian«. Am besten, so die Bärenexperten, soll man sich langsam seitwärts bewegen, weg vom Bären, denn das empfinde er nicht als Gefahr. Dabei soll man aber nicht stolpern und das Tier im Auge behalten. Auch laute Rufe sollen helfen, damit der Bär erkennt, dass man ein Mensch ist und kein Hirsch. Wedeln mit den Händen bringt dagegen nichts, das verstehe der Bär nicht.

Was man auf keinen Fall tun soll: Weglaufen, denn Raubtiere verfolgen flüchtende Beute. Auch die Flucht auf einen Baum sei nicht ratsam, da Bären gut Kletterer seien. Ergänzt wird dies durch den eher informellen Ratschlag, nicht auf die Idee zu verfallen, mitreisende Freunde dem Bären als Köder entgegenzustoßen, um sich selbst zu retten - »auch dann nicht«, so die Ranger, »wenn man das Gefühl hat, dass die Freundschaft an ihr Ende gekommen ist«. Denn so legt man Bären nicht herein.

Dass Menschenopfer am Ende nichts bringen, diese Erfahrung musste auch Boris Johnson machen. Die rasante Ausbreitung des Coronavirus erzwang am Ende umso härtere Gegenmaßnahmen. Die britische Wirtschaftsleistung sank im zweiten Quartal 2020 um über 20 Prozent - doppelt so stark wie in Deutschland. Stephan Kaufmann

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