Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung
  • Berlin
  • Anton-Wilhelm-Amo-Straße

Berliner Mohrenstraße bekommt einen neuen Namen

Bezirksverordnetenversammlung Mitte stimmt für Umbenennung in Anton-Wilhelm-Amo-Straße

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Die Mohrenstraße in Berlin-Mitte soll wegen ihres rassistischen Namens in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt werden. Das hat die Bezirksverordnetenversammlung Mitte am Donnerstagabend auf Antrag von Grünen und SPD beschlossen, wie das Büro der Bezirksvertretung am Freitag bestätigte. Eine Bevölkerungsbeteiligung ist nicht vorgesehen, und es können auch keine alternativen Umbenennungsvorschläge eingereicht werden.

In dem Beschluss heißt es, das Bezirksamt werde ersucht, »unverzüglich den Vorgang zur Umbenennung zu starten«. Nach heutigem Demokratieverständnis sei »der bestehende rassistische Kern des Namens belastend und schadet dem nationalen und internationalen Ansehen Berlins«.

Anti-Rassismus-Initiativen begrüßten die Umbenennung. Berlin schreibe »Weltgeschichte«, erklärte die Initiative Berlin Postkolonial am Freitag. »Das ist ein großartiger Tag: Berlin verbannt eine Beleidigung aus dem Stadtraum und ehrt mit Amo einen widerständigen Gelehrten aus Afrika«, sagte Sprecher Mnyaka Sururu Mboro.

Anfang Juli hatten bereits die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) entschieden, die U-Bahnstation Mohrenstraße umzubenennen. Der Vorschlag Glinkastraße wurde aber vom Senat wegen Antisemitismusvorwürfen gegen den russischen Komponisten Michail Glinka (1804-1857) vom Senat kassiert. Nun soll in einem offenen Verfahren nach einem neuen Namen gesucht werden.

Der neue Namensgeber Anton Wilhelm Amo war der erste schwarze Gelehrte an einer deutschen Universität. Amo wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von der holländischen Ostindien-Kompanie aus dem heutigen Ghana verschleppt und an den Hof von Braunschweig-Wolfenbüttel »verschenkt«. Er promovierte 1729 in Halle und wirkte bis 1747 als Wissenschaftler an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena. epd/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln