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Riskante Kandidatur

Martin Ling über die gewaltträchtigen Wahlen in der Côte d'Ivoire

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.
Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich, empfängt Alassane Ouattara, Präsident der Elfenbeinküste.
Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich, empfängt Alassane Ouattara, Präsident der Elfenbeinküste.

Es ist eine mehr als brisante Entscheidung. Amtsinhaber Alassane Ouattara darf am 31. Oktober bei den Präsidentschaftswahlen in der Côte d’Ivoire zum dritten Mal in Folge antreten, obwohl die Verfassung nur zwei Mal vorsieht. Eigentlich sollte Ministerpräsident Amadou Gon Coulibaly antreten, aber sein Tod durch einen Herzinfarkt im Juli brachte die Regierungspartei RDHP in Personalnot, die mithilfe des 78-jährigen Outtaras und des Verfassungsgerichts nun geschlossen wird.

Mit seiner Entscheidung heizt das Verfassungsgericht die Polarisierung an, da es gleichzeitig die Kandidaturen des Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo und des Ex-Ministerpräsidenten Guillaume Soro untersagt.

Ouattaras einzig echter verbliebener Herausforderer Henri Konan Bédié steht für das Konzept der Ivoirité. Wenn das Konzept der Ivoirité, das »wahre Ivoirer« gegen Zuwanderer wie Ouattara ausspielt, im Wahlkampf fröhliche Urständ feiert wie mehrfach in der Vergangenheit, wie 2000 und 2010, dann bedarf es nicht viel zu einem erneuten Bürgerkrieg. 2010 folgte auf den Urnengang ein monatelanger Bürgerkrieg mit 3000 Toten. Im Anschluss gelangte der mutmaßliche Wahlsieger Ouattara mit französischer Hilfe ins Amt. Die Wahlen 2020 werden zur Nagelprobe für den Frieden.

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