Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Von Sklaverei bedrohte Frau geht erfolgreich gegen abgelehnte Asylklage vor

Bundesverfassungsgericht: Lage in Heimatland Mauretanien muss geprüft werden

  • Lesedauer: 1 Min.
Asylpolitik: Von Sklaverei bedrohte Frau geht erfolgreich gegen abgelehnte Asylklage vor

Karlsruhe. Eine Asylbewerberin aus Mauretanien, die nach eigenen Angaben einem »Sklavenstamm« angehört, hätte nicht einfach so abgewiesen werden dürfen. Das Bundesverfassungsgericht gab einer Verfassungsbeschwerde der Frau statt, diese sei »offensichtlich begründet«, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Die Frau, die seit 2016 in Deutschland ist, gehört dem Volk der Peul an. Nach der Abweisung ihres Asylantrags hatte sie vor dem Verwaltungsgericht Greifswald geltend gemacht, dass sie als Frau ohne Papiere, Schulbildung und Familie in ihrem Heimatland nur überleben könne, indem sie wieder als Sklavin in einem Haushalt arbeite. Zudem befürchte sie Verfolgung wegen ihres Engagements gegen Sklaverei.

Damit hätte sich das Verwaltungsgericht auseinandersetzen müssen, entschieden die Karlsruher Richter. Aus den Quellen, auf die sich die Klägerin berufe, ergebe sich, »dass Angehörige ehemaliger «Sklavenstämme», besonders Frauen, in Mauretanien nach wie vor von extremer Armut und einem existenzbedrohenden Ausschluss aus der Gesellschaft betroffen sind«. Damit könne sich eine Abschiebung in das Land im Nordwesten Afrikas verbieten. Über das Schicksal der Frau muss nun erneut in Greifswald verhandelt werden. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln