Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Taskforce soll Personalmangel beheben

Um nicht besetzte Stellen im Öffentlichen Dienst zu besetzen, werden neue Maßnahmen ergriffen

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 3 Min.
Leere Stühle
Leere Stühle

Wie wichtig personell gut ausgestattete Verwaltungen sind, zeigt sich aktuell in der Pandemie. Der Öffentliche Gesundheitsdienst, der für die Seuchenbekämpfung und die Kontaktnachverfolgung von Infizierten zuständig ist, kommt derzeit kaum noch hinterher, seine Aufgaben zu erfüllen. Und dies, obwohl die Bezirke bereits im Juni dieses Jahres für die Verstärkung der Gesundheitsämter 60 Stellen, also fünf pro Bezirk, zusätzlich zugebilligt bekommen haben.

Diese Angaben gehen aus der Antwort der Verwaltung von Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) auf eine Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Katina Schubert (Linke) hervor. Demnach erwartet die Finanzverwaltung, dass mit dem Gesundheitspakt mit der Bundesregierung für Berlin voraussichtlich weitere Stellen im dreistelligen Bereich für den Öffentlichen Gesundheitsdienst zu erwarten sind. Auch die bezirklichen Ordnungsämter, die unter anderem die Vorschriften der Infektionsverordnung wie die Sperrstunde kontrollieren, sollen durch Umschichtungen um 240 Vollzeitäquivalente aufgestockt werden. Ob diese Zuwächse geeignet sind, die Kontrollfunktion so zu stärken, wie es nötig wäre, wird sich zeigen. Fakt ist: Die Corona-Pandemie hat die Verwaltungen auf Senats- aber auch auf Bezirksebene vor enorme Herausforderungen gestellt. Wie beim Gesundheitsdienst und Ordnungsämtern gilt es, zusätzliche Aufgaben zu stemmen. Um die Personalbedarfe zu erfüllen, hat die Senatsverwaltung für Finanzen unter anderem einen sogenannten Corona-Stellenpool eingerichtet, über den schnell Verstärkungen zugewiesen werden sollen.

Fast 6200 Stellen sind nicht besetzt

Trotz der krisenbedingten Maßnahmen sind unterdessen viele Stellen nicht besetzt. Zum Stichtag 30. Juni dieses Jahres, so geht es aus der Senatsantwort auf die Schriftliche Anfrage der Linken-Abgeordneten hervor, waren in den verschiedenen Senatsverwaltungen und der Senatskanzlei von rund 94 000 Stellen etwa 3300 nicht besetzt. Auf der Ebene der Bezirke sollen im Sommer laut Senat von 24 000 Vollzeitäquivalenten rund 2800 unbesetzt gewesen sein. Von den vakanten Stellen befanden sich den Angaben zufolge etwa 4200 zu diesem Zeitpunkt im Ausschreibungsverfahren. Um die freien Posten zu besetzen, plant der Senat, die Anwerbungen weiter zu beschleunigen – zuletzt lag die durchschnittliche Einstellungszeit bei 3,5 Monaten. »Zur aktuellen Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Berliner Verwaltung ist beabsichtigt, einen Rekrutierungsservice zur Einrichtung einer Taskforce bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport zu implementieren«, erklärt Finanzstaatssekretär Fréderic Verrycken. Diese Taskforce werde auch als Möglichkeit gesehen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um einen zunächst auf zwei Jahre befristeten Einstieg in den Öffentlichen Dienst zu schaffen, die durch die Krise ihre ursprüngliche Beschäftigung verloren haben oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Als zusätzliche Maßnahme hat das Land Berlin überdies sein »Karriereportal« neu gestartet. Die Internetpräsenz weist nun Hinweise für Einstiegsmöglichkeiten sowie Bewerbungstipps aus.

Linke fordert mehr Quereinsteiger

Für die in Berlin mitregierende Linkspartei gehen die Maßnahmen zur Verbesserung der Personalsituation im Öffentlichen Dienst unterdessen nicht weit genug. Die vielen unbesetzten Stellen zeigen laut der Abgeordneten und Linken-Landesvorsitzenden Katina Schubert: »Es muss gezielt für den Öffentlichen Dienst geworben werden, gerade in den Bereichen, wo die Menschen durch die Coronakrise ihre Arbeitsplätze verlieren.« Die Linke fordert zudem, dass die Kriterien für die Stellen so erweitert werden, dass auch andere Kenntnisse und Qualifikationen als Verwaltungserfahrung anerkannt werden. So sollen Quereinstiege ermöglicht werden.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln