Toshimitsu Motegi (r), Außenminister von Japan, und Liz Truss, britische Außenhandelsministerin, unterschreiben ein bilaterales Freihandelsabkommen.
Brexit und Freihandel

Britanniens Türöffner

Hermannus Pfeiffer über den Handelsvertrag mit Japan

Von Hermannus Pfeiffer

Der weltweite Trend zu bilateralen Abkommen setzt sich mit großer Eile fort. Nun haben sich Großbritannien und Japan auf ein Freihandelsabkommen geeinigt, das nach Ablauf der derzeitigen Brexit-Übergangsphase gelten soll. Bereits 2019 hatte die EU mit Japan einen solchen Deal gemacht. In diesem Jahr folgten Abkommen der EU sowohl mit Mexiko als auch mit Vietnam. Auch der Vertrag mit den südamerikanischen Mercosurstaaten, bei dem es noch hakt, liegt schon unterschriftsreif bereit.

Die Staaten der Welt bringen es bereits auf über 300 zweiseitige Handelsabkommen. Wichtigster Grund für den Trend: Seit dem Höhepunkt der Globalisierung verliert die Welthandelsorganisation, die auf multinationale Verträge und gleiche Wettbewerbsbedingungen ohne Zollschranken abzielte, an Bedeutung. Auf die wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen, die dem freien Welthandel folgten, reagieren immer mehr Staaten mit Protektionismus, schotten sich wieder stärker ab. Der Handelskonflikt der USA mit China bildet dabei nur die Spitze des Eisberges.

Der Brexit beschleunigt den Trend noch: Das Abkommen mit Japan ist lediglich der erste Deal, den Großbritannien mit einer großen Volkswirtschaft abschließen will. Handelsgespräche mit den USA, Australien und Neuseeland laufen noch. Und vor allem steht die große Einigung mit der EU weiter aus. Der Japan-Deal dürfte für Premier Boris Johnson vor allem eines sein - ein Türöffner in den weiteren Verhandlungen.

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