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+++ 14 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Montag, 26. Oktober 2020: +++ RKI meldet wieder mehr als 8600 Infektionen +++ Patientenvertreter warnen vor Aufgabe der Kontaktverfolgung +++ Findet der CDU-Bundesparteitag statt? ++++

  • Lesedauer: 4 Min.
Ein Graffiti mit dem Hinweis, dass eine Maske zu tragen ist.
Ein Graffiti mit dem Hinweis, dass eine Maske zu tragen ist.

Berlin. Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 8685 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 4325 gelegen.

Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle übersteig am Wochenende die Marke von 10.000.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 437 866 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 26.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 24 auf insgesamt 10.056. Das RKI schätzt, dass rund 321.600 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,45 (Vortag: 1,36). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Samstag bei 1,39 (Vortag: 1,38). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

+++ Patientenvertreter warnen vor Aufgabe der Kontaktverfolgung +++

Düsseldorf. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat vor einer Aufgabe der Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie gewarnt. »Mit diesem Richtungswechsel entgleitet Deutschland erst recht die Pandemiebekämpfung«, sagte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der »Rheinischen Post«. »Denn über sechs Millionen Menschen der Hochrisikogruppe leben verstreut über das ganze Land. Es sind nicht nur drei Millionen Pflegebedürftige daheim. Sondern beispielsweise auch akut Krebs- und Lungenkranke, die zuhause leben.«

Brysch forderte eine Befassung des Bundestages mit dem Thema. »So muss hier auch geklärt werden, warum es nicht gelingt, den öffentlichen Gesundheitsdienst krisenfest zu machen. Das käme einem öffentlichen Offenbarungseid gleich«, sagte er. »Eindringlich wiederholen Experten monatelang, auch des öffentlichen Gesundheitsdienstes, dass die Einzelfall-Nachverfolgung unverzichtbar sei. Genau dafür ist zusätzliches Personal der Gesundheitsämter notwendig.«

In Berlin wurde aufgrund überlasteter Gesundheitsämter am Freitag eine Regel festgesetzt, wonach Betroffene bereits ab Kenntnis einer Infektion oder eines möglichen Kontakts mit einem Infizierten rechtlich dazu verpflichtet sind, sich selbst in Quarantäne zu begeben. Bei der Kontaktnachverfolgung kümmern sich die Gesundheitsämter ab sofort schwerpunktmäßig um Ausbrüche im Umfeld von besonders gefährdeten Risikogruppen etwa in Altenheimen und Krankenhäusern.

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+++ 14 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge +++

Berlin. Die Corona-Krise trifft auch Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge, die bis Ende September bei den Industrie- und Handelskammern registriert worden sind, fiel um 13,7 Prozent auf 259 837, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) der »Frankfurter Rundschau« mitteilte.

»Wie uns die Industrie- und Handelskammern berichten, waren wegen der Pandemiebeschränkungen Praktika und Bewerbungsgespräche zeitweise kaum möglich«, sagte ein DIHK-Sprecher der Zeitung. Somit hätten Betriebe und Schulabgänger in diesem Jahr schwerer zueinander gefunden als in den Vorjahren. Es bestehe aber die Chance, junge Menschen noch in Ausbildung zu bringen. Die Anbahnung von Ausbildungsverhältnissen habe sich vielfach nur um zwei bis drei Monate nach hinten verschoben. Seit dem Sommer verzeichneten die IHK Nachholeffekte, sagte der Sprecher. Ein Ausbildungsstart in den Betrieben sei ohne Probleme noch bis Jahresende möglich.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hofft auf Nachholeffekte, rechnet aber trotzdem mit einem deutlichen Rückgang. »Unter dem Strich gehe ich in diesem Jahr von einem Minus von bundesweit zehn Prozent aus«, sagte Matthias Anbuhl, Abteilungsleiter Bildungspolitik beim DGB, der »Frankfurter Rundschau«. »Das ist etwas stärker als es in der Finanzkrise 2008 der Fall war, als die Zahl der Ausbildungsverträge um 8,4 Prozent gesunken ist.«

+++ Findet der CDU-Bundesparteitag statt? ++++

Berlin. Die engste CDU-Führung und die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz haben am Sonntagabend nach rund fünfstündigen Beratungen ihre Krisensitzung zur Frage, ob und wie der für Anfang Dezember geplante CDU-Parteitag angesichts der aktuellen Corona-Lage stattfinden kann, beendet. Über Ergebnisse wurde zunächst nichts bekannt. Das Gespräch am Sonntag diente der Vorbereitung für die Sitzungen des CDU-Präsidiums und des Vorstandes am Montag. Dort soll eine Entscheidung über den Parteitag fallen. Im Raum standen eine Verschiebung ins nächste Jahr, eine Verteilung des Parteitages auf mehrere Standorte mit Videoschalten oder auch eine Verlegung in eine weniger vom Anstieg der Infektionsfälle betroffene Stadt. Dass das Treffen, wie bisher geplant, am 4. Dezember mit 1001 Delegierten in Stuttgart stattfinden kann, galt zuletzt als unwahrscheinlich.

Eigentlich wollte die Bundes-CDU schon im Frühjahr einen Nachfolger der scheidenden Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer wählen, musste aber schon diesen Parteitag wegen Corona verschieben. An den Beratungen am Sonntagabend nahmen neben Kramp-Karrenbauer und den drei Nachfolgekandidaten Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen auch Generalsekretär Paul Ziemiak und die stellvertretenden Vorsitzenden Volker Bouffier, Julia Klöckner, Thomas Strobl und Silvia Breher teil. Agenturen/nd

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