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Immer mehr Sachsen auf Grundsicherung im Alter angewiesen

Zimmermann (Linke): Häufige Arbeitslosigkeit und Niedriglohnsektor führen zu immer mehr Altersarmut

  • Lesedauer: 2 Min.
Altersarmut: Immer mehr Sachsen auf Grundsicherung im Alter angewiesen

Zwickau. In Sachsen sind zunehmend Menschen auf Grundsicherung im Alter angewiesen. Im Jahr 2019 mussten 11.906 Betroffene die spezielle Sozialhilfe für Rentner in Anspruch nehmen, teilte die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) mit. 2018 waren es 11.731 Betroffene. Zimmermann machte das Problem der Altersarmut auch an der Armutsgefährdungsquote fest. Sie sei von 7,2 Prozent im Jahr 2005 auf 13,4 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen.

Nach dem Mikrozensus lag die sogenannte Armutsgefährdungsschwelle 2018 im bundesweiten Schnitt bei 1035 Euro für einen Single-Haushalt, in Sachsen waren es 937 Euro. Dabei handelt es sich um das gesamte Nettoeinkommen inklusive Wohngeld, Kindergeld und anderer Zuwendungen. Wer weniger als diese Summe im Monat zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

»Altersarmut nimmt zu, auch in Sachsen. Es ist bitter, dass Menschen in ihrem Ruhestand nicht von ihrer Rente leben können und zum Sozialfall werden«, sagte Zimmermann. Für die Zukunft sei ein weiterer Anstieg der Betroffenen zu erwarten, die Grundsicherung im Alter beantragen müssen: »Dazu kommt noch eine nicht geringe Zahl von eigentlich Anspruchsberechtigten, die aber aus Scham oder Unwissenheit keinen Antrag stellen.«

Zimmermann machte darauf aufmerksam, dass häufige Arbeitslosigkeit vor allem im Osten große Löcher bei den Rentenansprüchen hinterlassen habe: »Es ist endlich an der Zeit, dass die Bundesregierung die sich ausbreitende Altersarmut wirklich versucht einzudämmen. Die Grundrente ist dafür nicht ausreichend.« Unter anderem müsse das Rentenniveau wieder auf mindestens 53 Prozent angehoben werden.

»Aber auch dem Niedriglohnsektor muss ein Riegel vorgeschoben werden. Niedrige Löhne ziehen immer niedrige Renten nach sich«, sagte die Bundestagsabgeordnete aus Zwickau. Negativ wirke sich aus, dass die sächsische Wirtschaftsförderung lange mit niedrigeren Löhnen im Freistaat geworben habe.

Sabine Zimmermann leitet im Bundestag den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie fragt regelmäßig beim Statistischen Bundesamt und dem Statistischen Landesamt in Sachsen Daten zur sozialen Situation ab. dpa/nd

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