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Katharina Hennig übernimmt Führungsrolle

Wie sich die Skilangläuferin aus Sachsen in der Weltspitze etablieren will

  • Von Gerald Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

Es kann losgehen. Für Katharina Hennig und das deutsche Langlaufteam heißt es jetzt, sich den Feinschliff für die Ende November in Kuusamo beginnende WM-Saison zu holen, erst in Davos, danach in Munio in Finnland. Die bisherige Form stimmt, berichtet Hennig. Nachdem sich die 24-Jährige im vergangenen Winter in den Fokus der Öffentlichkeit lief, ist sie nun ein Zugpferd für das Team.

Rückblende, 3. Januar 2020, Val di Fiemme: Tour de Ski, vorletzte Etappe, klassischer Massenstartwettbewerb. Hennig geht nicht nur problemlos das Tempo der Besten mit, sie bestimmt es sogar. In der letzten Runde sind nur noch drei Läuferinnen vorn, die Oberwiesenthalerin ist die sprintschwächste und wird Dritte. Erster Podestplatz, unvergleichlicher Jubel! Was folgt, sind weitere Top-10-Plätze, darunter ein fünfter Rang in Nove Mesto. Sie ist in der Weltspitze angekommen.

Schwerer Schritt

»Es waren Tage, an denen ganz viel passte«, sagt die Sächsin, die nun in Oberstdorf bei Trainer Stefan Dotzler ihr neues Zuhause gefunden hat. Ein Schritt, der der heimatverbundenen Frau nicht leicht gefallen ist. Die Liebe ließ sie zunächst zwischen der Marktgemeinde im Allgäu und Oberwiesenthal pendeln, ehe sie merkte, dass dies zu viel wurde. Sie entschied sich für Oberstdorf. »Ich hatte daheim in Oberwiesenthal ein tolles Umfeld, beste Bedingungen. Und ich vermisse das Ganze auch hin und wieder. Aber es war meine private Entscheidung und ich bin glücklich damit«, erzählt Hennig. Der wohl größte Vorteil: Fast alle Läuferinnen des Nationalteams trainieren in Oberstdorf, es ist eine starke Trainingsgruppe.

Aus der ragt Hennig noch etwas heraus. Das meint zumindest Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Er bewundert ihre Entscheidungskraft. Und ihre Konzentration auf den Sport. »Trotz des Ortswechsels hegt sie tiefe Gefühle für ihre Heimat im Erzgebirge. Da sie den Schritt von sich aus gemacht hat, ist sie insgesamt als Mensch stärker geworden«, sagt Schlickenrieder. Sie habe eine proaktive Herangehensweise, mache sich um viele Dinge Gedanken, verlasse sich nicht nur auf das, was der Trainer sagt. »All das tut auch dem Team gut«, betont der Bundestrainer und spricht ihr bereits eine Führungsrolle zu.

Im Sommertraining hat Hennig die Umfänge erneut gesteigert. »Ich habe rund 740 Ausdauerstunden absolviert, also Skiroller, Ski und Crosslauf. Das Radtraining im Frühjahr und die Krafteinheiten zählen da nicht dazu«, berichtet sie. Vor einem Jahr waren es noch 699 Stunden. »Aber das ist noch nicht das Ende. Die Weltspitze schafft im etwas reiferen Alter 800 bis 850 Stunden. Da habe ich noch etwas zu tun«, sagt Hennig. Doch sie muss aufpassen. Seit Jahren quält sie sich mit Schulterproblemen herum. Eine Reizung beziehungsweise Entzündung sollte sie tunlichst vermeiden. Deshalb hat sie die Technik bei der Armführung etwas umgestellt: Täglich werden Übungen für die Schulter zusätzlich gemacht, kaum Zeit in Armkraft investiert. »Und trotzdem habe ich mich im Schubtest verbessert«, erzählt sie.

WM in der neuen Heimat

Auf ihren neuen Heimstrecken in Oberstdorf werden ab Ende Februar die WM-Medaillen vergeben. Es seien mit die härtesten Strecken weltweit, betont Hennig und freut sich drauf: »Die steilen Anstiege und die extrem anspruchsvolle Abfahrt vom Burgstall sollten mir liegen.« Und so peilt sie für den Skiathlon und den klassischen 30-Kilometer-Massenstartwettbewerb vordere Platzierungen an. »Wenn ein Rang unter den besten Acht herausspringen würde, wäre das perfekt«, gibt sich Katharina Hennig bescheiden. Aber so sieht es auch der Bundestrainer. »Der nächste Schritt, den sie gehen sollte, wäre im Gesamtweltcup die besten Zehn anzupeilen. Bei der WM kommt es dann auf die Tagesform an, solche Einzelresultate kommen oder kommen nicht«, sagt Schlickenrieder. dpa/nd

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