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Brandstifter

Der dänische Rechtsextremist Rasmus Paludan terrorisiert Europa

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Hass und Hetze haben viele Verursacher. Weit vorne mit dabei, Menschen gegeneinander aufzuwiegeln, ist der dänische Rechtsextremist Rasmus Paludan. Nach mehreren gescheiterten Versuchen wollte der 38-jährige Vorsitzende der extrem rechten Splitterpartei »Stram Kurs«, auf deutsch »harter Kurs«, an diesem Wochenende erneut nach Berlin einreisen. Vorgeblich, um mit Parteimitgliedern der rechtsextremen Organisation auf der Sonnenallee in Berlin-Neukölln und im Stadtteil Wedding gegen Antisemitismus zu demonstrieren.

Doch das dürfte nicht das eigentliche Ansinnen des studierten Anwalts und seiner Anhänger sein. Wie Paludan in einem Videobeitrag auf einem sozialen Netzwerk bekundet, geht es ihm vor allem darum, öffentlich den Koran zu verbrennen. Ähnliche Aktionen waren für Paris und Brüssel angekündigt, die nicht stattfanden, weil die Behörden auf der Hut waren. Auch nach Berlin hat es der Neonazi wie schon zwei Wochen zuvor wieder nicht geschafft. Dafür waren sowohl am Freitag als auch am Samstag mehrere Hundert Menschen auf der Straße, um gegen Paludan und seine hetzerischen Pläne zu demonstrieren.

Im einst liberalen Dänemark hat der Neonazi sein Ziel bereits einmal erreicht. Im April 2019 kam es in Kopenhagen zu Ausschreitungen, weil Rechtsextremisten öffentlich muslimische Gebetsbücher verbrannten. Die Nachsicht mit Paludan in Dänemark ist unterdessen am Ende. Im Sommer dieses Jahres wurde er in Dänemark zu insgesamt drei Monaten Gefängnis wegen rassistischer Äußerungen verurteilt. Außerdem erhielt er ein dreijähriges Berufsverbot als Anwalt. Auch in Deutschland steht Paludan unter verschärfter Beobachtung, um seine Zündeleien zu unterbinden. »Wir dulden keine Gewaltaufrufe und lassen es nicht zu, dass Berlin Paludans Bühne für Hetze und Propaganda wird«, sagte ein Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Freitag zu »nd«.

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