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Es gibt keinen »kleinen Klaps«

Lisa Ecke über die Normalität von Körperstrafen

  • Von Lisa Ecke
  • Lesedauer: 1 Min.
Gewalt: Es gibt keinen »kleinen Klaps«

Hier mal ein Klaps auf den Hintern, da mal eine Ohrfeige. Das sind keine Relikte vergangener Zeit, sondern immer noch Standard in vielen Familien. Eine repräsentative Studie hat ergeben, dass jeder Zweite der Auffassung ist, dass ein Klaps »noch keinem Kind geschadet habe«, jeder Sechste hält Ohrfeigen für angebracht. Eine »Tracht Prügel« finden noch über sieben Prozent in Ordnung. Wenig überraschend ist, dass die Zustimmung zu Körperstrafen bei Männern größer als bei Frauen ist.

Durch den oft verharmlosten »leichten Klaps, der kaum wehtut«, lernen Kinder vor allem Eines: Sie sind die Schwachen, Machtlosen. Was zählt, ist nicht nur der körperliche Schmerz, sondern vor allem die Lernerfahrung: Der körperlich Überlegene hat das Sagen. Gewalt führt oft zu neuer Gewalt. Ein Kreislauf, den später meist Frauen und wieder Kinder zu spüren bekommen. Die Auswirkungen sind unabhängig von der Intensität der Schläge, auch rein seelische Gewalt bedeutet für Kinder ein höheres Risiko für psychische Krankheiten und mehr Aggressivität. Meist werden Stress und Hilflosigkeit als Gründe für die Gewalt genannt, die Coronakrise wird die Situation also noch verschärfen. Umso wichtiger ist, Hilfsangebote und Präventionsmaßnahmen nicht zu schließen, sondern auszubauen.

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