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Nur Lob, sonst nix

Haidy Damm über Löhne in Zeiten von Corona

  • Von Haidy Damm
  • Lesedauer: 1 Min.

Applaus und Lob gab es im Frühjahr nicht nur fürs Pflegepersonal, auch die Verkäufer*innen in den Supermärkten erfuhren eine bisher ungekannte Aufwertung. Geduldig stapelten sie Klopapier, Mehl und Hefe in die Regale, die kurz darauf wieder leer gekauft waren, als gäbe es kein Morgen. Das Wort systemrelevant wurde hoffnungsvoll neu definiert, doch Anerkennung bringt noch lange keinen Systemwandel.

Wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, ist es beim Lob geblieben. Trotz Sonderschichten und Infektionsrisiko haben Verkäufer*innen im Schnitt weniger verdient als vor einem Jahr. Auch Paketzusteller*innen profitieren nicht davon, dass die Umsätze im Online-Handel boomen. Und Landwirt*innen beklagen zurecht die Macht der Handelskonzerne.

Die Handelsriesen dagegen frohlocken. Corona ließ die Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel und den Drogeriemärkten auf Rekordniveau steigen. Ebenso in Baumärkten und der Spielzeugbranche. Die Gewinne jedoch verbleiben bei den Eigentümerfamilien; für diejenigen, die deren Reichtum täglich erarbeiten, bleibt alles, wie es ist - nur coronastressiger. Dabei wären faire Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung nur das Mindeste. Ein Systemwandel dagegen müsste auch die Machtverhältnisse kippen.

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