Werbung

Äthiopische Regierung erklärt Sieg über Regionalhauptstadt von Tigray

Raketen aus Tigray in Eritreas Hauptstadt Asmara eingeschlagen

  • Lesedauer: 2 Min.

Addis Abeba. Eritreas Hauptstadt ist erneut Ziel eines Raketenangriffs aus der benachbarten äthiopischen Unruheregion Tigray geworden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag von Diplomaten erfuhr, schlugen am Samstagabend mehrere Raketen in der eritreischen Hauptstadt Asmara ein. Die US-Botschaft in Asmara erklärte, die Stadt sei am späten Abend von sechs Explosionen erschüttert worden.

Wenige Stunden zuvor hatte die äthiopische Armee die Einnahme von Tigrays Hauptstadt Mekele gemeldet. Die Militäroffensive in der Region sei damit abgeschlossen, schrieb Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed im Kurznachrichtendienst Twitter. Nach Regierungsangaben besetzte die Armee den Flughafen, den Sitz der Regionalverwaltung und andere wichtige Einrichtungen in Mekele. Die bislang in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF äußerte sich zunächst nicht.

In Tigray gibt es bereits seit Monaten Spannungen. Die TPLF dominierte drei Jahrzehnte lang die äthiopische Politik, bevor der aktuelle äthiopische Regierungschef Abiy 2018 an die Macht kam. Anfang des Monats sandte Abiy, der im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war, Streitkräfte nach Tigray, wodurch der Konflikt mit der TPLF vollends entbrannte.

Mehrere tausend Menschen sind nach Schätzungen der auf Konflikte spezialisierten International Crisis Group (ICG) bereits bei den Kämpfen getötet worden. Mehr als 43.000 Menschen flohen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) aus dem Konfliktgebiet in den benachbarten Sudan. Beobachter befürchteten, dass sich die Gefechte ausweiten und die ganze Region destabilisieren könnten.

Der Raketenangriff auf Asmara am Samstagabend war bereits der dritte seit der Eskalation des Konflikts Anfang November. Die TPLF hatte sich aber nur zu dem ersten Angriff vor zwei Wochen bekannt. Einen zweiten Angriff gab es am Freitag. AFP/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln