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Schock und Trauer nach mutmaßlicher Amokfahrt von Trier

Nachdem ein Mann mehrere Menschen mutmaßlich gezielt mit seinem Auto überfahren hat, ist das Motiv weiter unbekannt

  • Lesedauer: 3 Min.

Trier. Nach der mutmaßlichen Amokfahrt in der Trierer Innenstadt mit mehreren Toten soll der dringend Tatverdächtige am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung bei dem 51-Jährigen. Die Justizbehörde muss daher noch entscheiden, ob sie Untersuchungshaft beantragt oder die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der Mann mit einem PS-starken Geländewagen am frühen Dienstagnachmittag gezielt Menschen in der Trierer Fußgängerzone überfahren. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) war er in der Innenstadt im Zickzack-Kurs mit seinem Wagen unterwegs. Fünf Menschen starben, darunter ein neun Wochen altes Baby. 14 weitere Menschen wurden verletzt. Rund vier Minuten nach dem ersten Notruf konnten Polizisten den Autofahrer festnehmen.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sprach am Dienstag Abend von einem »sehr langen Tatweg«, der Meter für Meter untersucht werde. »Es geht den Menschen enorm nahe, auch den Einsatzkräften.« Lewentz ist zusammen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gekommen, die in Trier wohnt. »Es ist einfach nur furchtbar«, sagt Dreyer. Das Allerschlimmste sei, dass Menschen ihr Leben verloren hätten.

Auch Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der von »einem Bild des Grauens« sprach, sagte: »Ich glaube, es ist der schwärzeste Tag der Stadt Trier nach dem Zweiten Weltkrieg.« Ein in Trier geborener Mann habe mutmaßlich Triererinnen und Trierer getötet. Dieses Trauma werde die Stadt aufarbeiten. »Ich will wissen, warum jemand das tut«, betont Leibe. »Ob ich darauf eine Antwort bekomme, weiß ich nicht.«

Das Motiv des Mannes ist noch unklar, einen politischen oder religiösen Hintergrund schließen die Ermittler bislang aus. Auch gebe es keine Hinweise auf Mittäter oder Komplizen des Festgenommenen. Der Verdächtige war zur Tatzeit betrunken, bei ihm wurden 1,4 Promille festgestellt. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen Mordes, Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung. Nach Angaben der Ermittler lebte er in den Tagen vor der Tat in dem Auto.

Zu den Todesopfern zählen neben dem Baby drei Frauen im Alter von 25, 52 und 73 Jahren sowie der 45-jährige Vater des Kindes. Sie alle stammen aus Trier. Die Mutter des Babys hat überlebt und liegt laut Behördenangaben ebenso im Krankenhaus wie ihr eineinhalb Jahre alter Sohn.

Am Mittwochvormittag (10.00) wird am Trierer Wahrzeichen Porta Nigra der Opfer gedacht. Im Trierer Dom beteten bereits am Dienstagabend rund 100 Menschen für die Toten, die Verletzten und ihre Angehörigen.

Die Innenstadt wurde nach der Tat für die weiteren Ermittlungen weiträumig abgesperrt. In der Nacht waren die Tatortarbeiten dann abgeschlossen, die Fußgängerzone wurde wieder freigegeben. dpa/nd

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