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Signal an die Ölmärkte

Hermannus Pfeiffer zum Kürzungsbeschluss der OPEC

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 1 Min.

Ein Spezialschiff zum Weiterbau der Ostseepipeline Nord Stream 2.
Ein Spezialschiff zum Weiterbau der Ostseepipeline Nord Stream 2.

Die Lage am Weltölmarkt ist kompliziert. Der OPEC fällt es immer schwerer, einen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen der Länder des Erdölkartells plus Russland herbeizuführen. Die Mehrheit unter Führung Saudi-Arabiens will die globale Produktion senken oder zumindest unverändert lassen, um so den Ölpreis hochzuhalten. Russland will dagegen eine weitere Anhebung um mindestens 500 000 Barrel täglich, um den niedrigen Preis durch höhere Verkäufe wettzumachen.

Umso überraschender, dass sich die OPEC+ bei ihren um einen Tag verlängerten Beratungen doch auf eine Kürzung einigte. Das ist umso erstaunlicher, als der Iran mit seiner Entscheidung zur weiteren Urananreicherung eine baldige Aufhebung der US-Sanktionen und damit eine Rückkehr in den Kreis der Ölexporteure ausschließt, was die Menge ohnehin verknappt. Der Deal sieht vor, dass die Fördermenge insgesamt reduziert wird, nicht zuletzt wegen der weiter schwächelnden weltweiten Nachfrage in der Coronakrise, und dass Russland und Kasachstan ihre Förderung erhöhen können.

Letztlich war ein gemeinsamer OPEC-Beschluss wichtiger als das Beharren auf die jeweiligen Standpunkte. Denn er ist ein Signal an die Ölmärkte, dass mit der OPEC als wichtigstem Anbieter weiter zu rechnen ist.

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