Freudentränen wegen einer Straße

In Vietnam gehen mit den Spenden der nd-Aktion Träume in Erfüllung

  • Von Sarah Grieß, INKOTA
  • Lesedauer: 2 Min.
Freudentränen wegen einer Straße

Wenn ein lang ersehnter Wunsch endlich in Erfüllung geht, ist die Freude groß. So auch bei Lai Thi Hai, Kleinbäuerin in der vietnamesischen Gemeinde Tan Loi, rund 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Hanoi. »Ich hatte Tränen in den Augen, als ich die fertige Straße sah«, sagt sie sichtlich gerührt, während ihr Blick das lange Stück Asphalt entlang wandert, wie es sich den steilen Abhang hinab und dann zwischen den Feldern hindurchschlängelt.

Seit vielen Jahren schon bestellt Hai das gleiche Feld. Um aber ihre Ernte nach Hause zu transportieren, musste sie stets auf Freunde und Verwandte warten und sie bitten, ihr zu helfen. Zu schmal und zu steil war der Pfad, den sie mit ihrer Schultertrage zwischen dem Feld und ihrem Haus zurücklegen musste. Anderen Bewohner*innen im Dorf ging es ähnlich. Im Rahmen eines Projektes der INKOTA-Partnerorganisation DWC haben sie sich nun ihre eigene Straße gebaut. »Endlich kann ich mit einem Fahrzeug direkt an das Feld heranfahren und meine Ernte ganz alleine transportieren«, sagt Hai. »Eine riesen Erleichterung!«

Den Weg zur lang ersehnten Straße haben Hai und die anderen mit Hilfe von DWC gefunden. Als die Dorfbewohner*innen zusammen saßen, um zu diskutierten, welche Probleme im Dorf als erstes angegangen werden sollten, hielt sich Hai noch schüchtern im Hintergrund. Die DWC-Mitarbeiter*innen aber ließen nicht locker und haben jede und jeden einzelnen zum Mitmachen motivieren können. Nachdem die Idee des Straßenbaus geboren war, wurde Hai zur Finanzverantwortlichen bestimmt. »Ich hätte mich früher nie getraut, mich vor eine Gruppe zu stellen«, sagt sie. »Durch das Projekt habe ich nicht nur viele neue Fähigkeiten erlernt. Ich bin auch selbstbewusster geworden!«

Gemeinsam mit ihren Mitstreiter*innen hat sie einen konkreten Arbeitsplan aufgestellt, Angebote eingeholt, eine Kalkulation vorgenommen und Gelder akquiriert. Denn nur rund die Hälfte der benötigten 4000 Euro stammen aus Deutschland. 1000 Euro hat die lokale Regierung beigesteuert und noch mal 770 Euro wurden von den Dorfbewohner*innen selbst aufgebracht. Am Ende haben 192 Menschen direkt von dem Projekt profitiert - und ihre Straße mit Freudentränen gefeiert. Insgesamt sollen im DWC-Projekt 20 solcher Kleinprojekte umgesetzt werden. Die Spenden der nd-Leser*innen leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Vielen Dank!

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