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Tod kommt aus Washington

Cyrus Salimi-Asl über die humanitäre Lage im Jemen

  • Von Cyrus Salimi-Asl
  • Lesedauer: 2 Min.

Die scheidende US-Regierung schickt die Jemeniten in den Hungertod und legt so bei ihren letzten desaströsen Entscheidungen noch mal einen drauf. David Beasley, Chef des Welternährungsprogramms (WFP), bezeichnet die Entscheidung, die Huthi-Rebellen auf die Terrorliste zu setzen, als »Todesurteil für Hunderttausende, wenn nicht Millionen unschuldiger Menschen im Jemen«. Klarer kann man es nicht ausdrücken. Die humanitäre Situation in dem Land ist katastrophal: Rund 80 Prozent (!) der Bevölkerung, also 24 Millionen Menschen, sind nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Seit Jahren kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Kriegskoalition auch mit Waffen aus Europa an Seite der Regierung gegen die Huthis, die vom Iran unterstützt werden. Nach Schätzungen leben 70 bis 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung in Gebieten, die von den Huthis kontrolliert werden. Wegen der US-Entscheidung dürfte die Versorgung hungernder Jemenit*innen nun noch schwieriger werden, fürchten Hilfsorganisationen.

Sogar der EU-Außenbeauftragte hat allen Mut zusammengekratzt und die US-Regierung kritisiert. Die vorbehaltlose Unterstützung der saudischen Kriegskoalition durch die USA torpediert auch den angelaufenen Versöhnungsprozess im Jemen. UN-Vermittler Martin Griffiths fürchtet »einen abschreckenden Effekt« auf seine Bemühungen, die Konfliktparteien zusammenzubringen. Aber von der UNO haben die USA eh nie viel gehalten. Offensichtlich geht es der Trump-Regierung zum wiederholten Mal darum, der Iran-Politik des künftigen US-Präsidenten Joe Biden vorzugreifen und eine Verwüstung zu hinterlassen.

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