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Für eine Zukunft nach der Krise

Meine Sicht: Corona hat viele Missstände so ins Rampenlicht gerückt, dass die Mächtigen an ihnen nicht vorbeikommen

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.
Corona: Für eine Zukunft nach der Krise

Pessimisten haben in der Corona-Pandemie Hochkonjunktur. Denn schließlich haben sie schon immer gewusst, dass alles den Bach runtergeht. Das tut es mit Gewissheit, wenn alle nur ganz fest daran glauben. Sicher. Für ganz viele Menschen sind es gerade bittere Zeiten. Manche haben geliebte Menschen verloren, andere ihr Einkommen, wieder andere bekommen einen Lagerkoller. Und doch beißen ganz viele ihre Zähne zusammen, um irgendwie durch die Krise zu kommen.

Corona hat auch viele Missstände so ins Rampenlicht gerückt, dass die Mächtigen an ihnen nicht vorbeikommen. Wie die katastrophale Unterfinanzierung in der medizinischen Versorgung und im Sozialbereich. Der neoliberale Glaube, dass der Markt schon alles richtet, ist jedenfalls noch deutlicher ins Wanken gekommen als in den letzten Jahren. Es ist auch nicht mehr undenkbar, dass die auf Basis der Verwechslung der Logik von Privathaushalten und staatlichen Finanzen eingeführten Neuschuldenverbote dauerhaft fallen könnten.

Und es hat ja auch in dem ganzen gefühlten Vorankommen in Millimeterschritten auch kleine Durchbrüche gegeben. Mit den Pop-up-Radwegen kam ein unerwartetes Signal Richtung Verkehrswende. Das Volksbegehren Deutsche Wohnen & Co enteignen beginnt nächsten Monat mit der Unterschriftensammlung, während die FDP ihre Sammelei für eine Bebauung des Tempelhofer Felds erst einmal auf Eis gelegt hat.

Es ist die Zeit, den Vorrang des Gemeinwohls vor dem privaten Profit noch vehementer als bisher einzufordern. Und Ideen zu entwickeln, anstatt sich deprimiert in eine warme Ecke zu verziehen. Ohne Beharrlichkeit wird sich die Stadt für Alle nicht umsetzen lassen.

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