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Volles Risiko

Die Bildungsgewerkschaft warnt vor Infektionsgefahren in Kitas und Schulen

Berlin. Die Kitas und Schulen haben derzeit andere Probleme als noch beim ersten Lockdown. Im vergangenen Frühjahr gab es eine strikte Notbetreuung; nur Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiteten, durften ihre Kinder in die Betreuung geben. Das führte in vielen Familien zu Ausnahmesituationen, weil die Eltern oftmals selbst ins Homeoffice geschickt wurden und mit der Betreuung überfordert waren. Kinderschutzorganisationen schlugen Alarm. Sie sahen das Kindeswohl gefährdet.

Jetzt haben die Bundesländer die Präsenzpflicht in den Schulen zwar aufgehoben, sie regulieren die Notbetreuung vielerorts aber nicht so streng wie im vergangenen Jahr. Es bleibt meistens beim Appell an die Eltern, die Kinder zu Hause zu lassen. Sie haben aber häufig dennoch die Möglichkeit, ihre Kinder in die Betreuung zu geben. Das nutzen offenbar viele Eltern; eine Umfrage des »Redaktionsnetzwerks Deutschland« in den Bundesländern zeigt, dass in den Kindergärten bundesweit derzeit noch immer ein Drittel der Kinder notbetreut wird.

Das seien zu viele Kinder, klagt die Erziehungsgewerkschaft GEW und fordert, diese Schlupflöcher für die Eltern zu schließen. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe wünscht sich bundesweit einheitliche Regelungen für eine Notbetreuung, auch um die Lehrer und Erzieherinnen besser zu schützen.

Lange gingen Virologen davon aus, dass Bildungseinrichtungen keine Treiber der Pandemie seien, weil Kinder eher selten an Covid-19 erkrankten. Doch das gilt offenbar nicht für Pädagogen, die seien nämlich mittlerweile unter allen Berufsgruppen »am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen«, erklärte die AOK unter Verweis auf eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse. Die GEW in Sachsen-Anhalt fordert daher die Landesregierung auf, Pädagogen rasch eine Impfung zu ermöglichen. nd

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