Das Impf-Spielchen

Kurt Stenger über Folgenlosigkeit der versemmelten EU-Bestellung

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Es ist die erste ernste Krise der sonst so strahlenden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ihre eigenen Projekte gerne mit der Mondlandung gleichsetzt. Doch die versemmelte Bestellung der Corona-Impfstoffe hat Versagen beim Krisenmanagement allzu deutlich gemacht, auch wenn sich mittlerweile einiges zum Besseren wendet.

Für die CDU-Frau spricht, dass sie politikeruntypisch die volle Verantwortung auf sich nimmt. Dabei waren nationale Regierungschefs, allen voran Angela Merkel, genauso involviert, auch wenn diese nicht in der Kritik stehen. Und Brüssel musste auch mit viel zu wenig Geld hantieren. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum von der Leyens Auftritt im Europaparlament keinem Spießrutenlaufen glich. Die deutschen Grünen möchten ihre schwarz-grünen Regierungsfantasien nicht gefährden, die Europa-SPD nicht mit den tumben Anti-EU-Parolen der Rechtsaußen vermengt werden, auch wenn Spitzenpolitiker in Deutschland laut gegen Brüssel poltern.

Offenbar gibt die Kommission wie so oft den Buhmann, die nationalen Regierungen schieben die Verantwortung ab, und es bleibt alles beim Alten. Doch für Politspielchen ist das Thema viel zu wichtig - das Impfdebakel muss genau analysiert werden, damit es sich nicht irgendwann wiederholt.

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