Teller und Rand - Folge 6: »Lieber wütend als Heulen«

Im Gespräch mit La Papi Patacon über die schwierige Situation Schwarzer Kolumbianer*innen, LGBTQI-Menschen und Indigenen

  • Von Andreas Krämer und Rob Wessel
  • Lesedauer: 4 Min.
TR6 - »Lieber wütend als Heulen«

Die Folge 6 von Teller und Rand beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Südamerika. Einen besonderen Blick werfen Andreas und Rob dabei auf Kolumbien, Argentinien und Peru. Im Interview mit der Künstler*in und Aktivist*in mit dem Künstlernamen »La Papi Patacon« geht es dabei um die schwierige Situation Schwarzer Kolumbianer*innen, LGBTQI-Menschen und Indigenen.

Peru steht kurz vor einer neuen Präsidentschaftswahl. Der letzte gewählte Präsident war bereits 2018 auf Grund von Korruptionsvorwürfen zurückgetreten und auch sein Nachfolger Martin Vizcarra wurden im November seines Amtes enthoben. Doch die Bevölkerung des Landes hat diesen Prozess nicht positiv aufgenommen und es folgten tagelange Massendemonstrationen in den großen Städten des Landes. Die führten schließlich zum Rücktritt des Übergangspräsidenten Merino. Das Land ist in einer Phase des Wandels, denn große Teiler der politischen Klasse stehen unter massivem Korruptionsverdacht. Die Peruaner*innen haben nun im April erneut die Chance zu zeigen, dass sie diese Klasse nicht mehr an der Macht sehen möchten.

Argentinien hat als erstes Land in Südamerika Abtreibungen legalisiert. Dies ist das Ergebnis eines jahrelangen Kampfes der feministischen Bewegungen. Der neuen Präsident hat diese Gruppen durch die Legalisierung in seine Koalition geholt und nun das Versprechen eingelöst- trotz Widerspruch des argentinischen Papstes Franziskus. Dieser Schritt ist eine Meilenstein in der Entwicklung zu einer Stärkung der Rechte von Frauen in Südamerika und kann ein vielversprechender Anfang einer positiven Entwicklung sein.

Trotz des Friedensvertrages der Regierung in Kolumbien mit den sozialistischen FARC-Rebellen 2016 sterben weiterhin jedes Jahre hunderte Menschen durch staatliche Gewalt. Besonders leiden Schwarze Kolumbianer*innen, LGBTQI-Menschen und Indigene. Diese Gruppen tuen sich immer stärker in einer gemeinsamen sozialen Bewegung zusammen, um sich gegen die Gewalt durch die Regierung aus Bogota zu wehren. La Papi Patacon erklärt genauer die schwierige Situation dieser Menschen und wie sie für Ihre Rechte kämpfen.

Die Themen der Folge zum Nachlesen:

»Genossen, wir marschieren hier für alle« - Bei den Novemberprotesten und den aktuellen Arbeitskämpfen in Peru sind Frauen sehr präsent

»Sagasti ist ein demokratischer Ausweg« - Der Historiker Carlos Monge über Perus Krise und den neuen Präsidenten

Argentinien erlaubt Abtreibungen - Historische Entscheidung nach jahrelangem Kampf der Frauenbewegung

Fernández will sein Versprechen halten - Mit der Unterstützung des Präsidenten rückt in Argentinien Legalisierung der Abtreibung in greifbare Nähe

Historische Abstimmung in Argentinien - Nach der Zustimmung der Abgeordneten zur Liberalisierung der Abtreibung sind nun die Senatoren gefragt

Außerdem:

Von den Folgen der Diktatur in den 1990er Jahren bis zur aktuellen Situation in Peru (eurasiareview.com)

Neuer Präsident, alte Probleme: Peru und die Korruption (dw.de)

Zum Rücktritt des Übergangspräsidenten Merino und den Protesten (lateinamerika-nachrichten.de)

Argentinien: Die Revolution der Töchter (amerika21.de)

»Es ist Gesetz«: Schwangerschaftsabbruch in Argentinien legal (amerika21.de)

Frauenschutzzentrum für Landarbeiterinnen in Argentinien gegründet (amerika21.de)

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