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KSK übertrifft jede Satire

Robert D. Meyer irritiert die Straffreiheit für reuige Soldat*innen

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

Als Laie kann man sich nur schwer vorstellen, wie die Führung der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK ihren Soldat*innen vergangenes Jahr ein heikles Angebot unterbreitet haben soll. Hing da am Schwarzen Brett in der Kaserne eines Tages ein Zettel auf dem all jenen Straffreiheit versprochen wurde, die geklaute Munition und Waffen freiwillig zurückgeben?

Das Ganze klingt wie ein schlechter Witz und bisher nahm die Öffentlichkeit auch an, dass das Zentrum für Politische Schönheit mit einer Kunstaktion im Oktober satirisch übertrieb, als das Kollektiv vor dem Kanzleramt einen »Waffen-Rückgabecontainer« aufstellte. Doch offensichtlich waren die Künstler*innen verdammt nah dran an der Realität, wie der Prozess gegen einen KSK-Ausbilder in Leipzig aktuell zeigt.

Stimmt die Geschichte, ist sie ein weiterer Beleg, dass bei der Bundeswehr Skandale lieber heimlich geklärt anstatt ordentlich aufgearbeitet werden sollen, um dem Ruf der Truppe nicht noch weiter zu schaden. Dabei ist der Diebstahl von Waffen und Munition kein kleiner Taschendiebstahl, besonders auch deshalb nicht, wenn man den Fall im Kontext rechtsextremer Netzwerke bei der Bundeswehr betrachtet. Straffreiheit ist ein fatales Signal an die braunen Teile der Truppe, dass ihnen nichts passiert.

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