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Klimaerwärmung begünstigt Coronaviren

Studie zeigt, dass Fledermäuse neue Lebensräume erobern.

Etwa 60 Prozent der Infektionskrankheiten weltweit, so weiß man heute, werden von Säugetieren übertragen. Eine besondere Rolle dabei spielen die Fledertiere. Sie sind Wirt und Überträger von etwa 3000 verschiedenen Coronaviren. Etliche davon lassen auch Menschen erkranken. So die Erreger, die 2002/03 das akute respiratorische Syndrom (Sars) auslösten und aktuell die Covid-19-Pandemie.

Wissenschaftler der Universität Cambridge (Großbritannien), des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie der University of Hawaii in Manoa zeigen im Fachblatt »Science oft he Total Environment« einen Zusammenhang zwischen der weltweiten Klimaerwärmung, der Veränderung der Pflanzenwelt und der damit verbundenen Schaffung neuer Lebensräume großer Fledermauspopulationen auf.

Die Forscher um Robert M. Beyer untersuchten in zwei 30-Jahre-Zeiträumen (1901-1930, 1990-2019) die globalen klimatischen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Vegetation. Während durch menschliche Aktivitäten weltweit ein genereller Rückgang der Vegetation zu verzeichnen ist, gab es in einigen Gebieten deutliche Veränderungen und Zuwächse in der Pflanzenwelt. Parallel zum Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 0,5 Grad Celsius erhöhten sich mancherorts die Niederschlagsmengen. Dies trifft vor allem auf südchinesische Provinzen sowie die Nachbarländer Laos und Myanmar, auf einige Gebiete des östlichen Zentralafrikas sowie die Tropenregionen Südamerikas zu.

Das veränderte auch die Bedingungen für Fledertiere. »Im letzten Jahrhundert hat der Klimawandel im wahrscheinlichen Ursprungsort von Sars-CoV-2 den Lebensraum für Fledermäuse deutlich attraktiver gemacht - und damit auch für die vielen Coronaviren, die diese Tiere in sich tragen«, sagt Robert Beyer vom PIK, »Die Tiere breiteten sich in neue Gebiete aus - und brachten ihre Viren mit. Das veränderte nicht nur, wo die Viren vorkommen, sondern ermöglichte auch neue Interaktionen mit anderen Tieren, durch die schädliche Erreger übertragen wurden oder sich weiterentwickelten«.

Studienleiter Camilo Mora von der University of Hawaii in Manoa ist sich sicher, dass der Klimawandel die Übertragung von Viren in Wildtieren auf den Menschen beschleunigt. »Das sollte uns dringend dazu veranlassen, Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen zu verbessern«, so Mora.

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