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Pfui-Rufe vor der Klasse

Benachteiligung von Christen in der DDR

  • Von Karsten Krampitz
  • Lesedauer: 2 Min.

Im Bildungsbereich der DDR wurden Kinder und Jugendliche aus christlichem Elternhaus nicht selten benachteiligt und diskriminiert. Vor fast 50 Jahren, im November 1971, beklagte die Magdeburger Kirchenleitung in ihrem Bericht an die Synode diese Entwicklung:

»Uns werden immer mehr Fälle bekannt, in denen auf Elternversammlungen oder in Einzelgesprächen christlichen Eltern unverblümt gesagt worden ist, dass die Teilnahme ihrer Kinder an der Christenlehre oder gar an der Konfirmation die Aufnahme in die Erweiterte Oberschule und damit die Aufnahme eines Hochschulstudiums aussichtslos mache. Konfirmanden werden von Lehrern zur Rede gestellt, in einem Fall mussten sie sich Pfui-Rufe vor der Klasse gefallen lassen. Es passieren dabei gehässige Ausfälle gegen den christlichen Glauben und gegen die Kirche. Es sind Verweisungen junger Christen von der Erweiterten Oberschule vorgekommen. Die meisten Eltern, die uns derartige Vorfälle melden, sind so verängstigt, dass sie aus Sorge, es könnte ihren Kindern in der Schule Nachteile einbringen oder für sie selbst unangenehme Folgen haben, ausdrücklich darum bitten, dass ihre Namen nicht genannt werden. Manche melden ihre Kinder sogar aus der Christenlehre oder dem Konfirmandenunterricht ab. Unruhe und Besorgnis gehen durch die Gemeinden. Was noch vor einem halben Jahr als sektiererische Abweichung einzelner Schulfunktionäre bezeichnet worden ist, steht jetzt offensichtlich im Einklang mit der Bildungspolitik.« Karsten Krampitz

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